Devisen: Euro legt zum Dollar zu - EUR/CHF knapp unter 1,16

Der Kurs des Euro hat am Mittwoch nach robusten Konjunkturdaten aus der Eurozone gegenüber dem Dollar deutlich zugelegt. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise fast 1,18 USD, aktuell sind es 1,1787 USD.
22.11.2017 17:23

Der Eurokurs profitierte von starken Konjunkturdaten aus der Eurozone. Die Stimmung der Verbraucher in der Eurozone war im November so gut wie seit Januar 2001 nicht mehr. Der von der EU-Kommission erhobene Indikator war von minus 1,1 Punkten im Vormonat auf plus 0,1 Punkte gestiegen. Der Dollarkurs wurde auf der anderen Seite durch schwache Zahlen zu den US-Auftragseingängen für langlebige Güter belastet.

Letzteres zeigte sich auch beim Währungspaar USD/CHF, das am späten Nachmittag in Richtung 0,98er-Marke fiel und derzeit bei 0,9836 notiert. Der Franken wurde aber auch gegenüber dem Euro etwas stärker. Der EUR/CHF-Kurs steht aktuell bei 1,1594, nachdem er den Grossteil des Tages oberhalb der 1,16er-Schwelle notiert hatte.

Die Ökonomen der Credit Suisse (CS) und der UBS gehen gleichwohl davon aus, dass die Abwertung des Frankens auch im kommenden Jahr anhalten wird. Konkret revidierten die Währungsexperten der CS ihre Prognosen und rechnen nun mit einem EUR/CHF von 1,18 (bisher 1,15) im Zeitraum von drei Monaten und von 1,20 (bisher 1,10) in 12 Monaten. Die UBS geht gar von einem Wechselkurs von 1,22 bis Ende 2018 aus.

Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Eine dritte Zinsanhebung in diesem Jahr wird an den Märkten für Dezember fest erwartet. Starke Marktbewegungen dürften deshalb dann auftreten, wenn die Mitschrift auf Gegenteiliges schliessen lässt.

TÜRKISCHE LIRA BLEIBT UNTER DRUCK

Unter anhaltendem Druck stand die türkische Lira. Sie fiel am Mittwochmorgen erneut auf ein Rekordtief zum amerikanischen Dollar. Umgekehrt kostete ein US-Dollar mit 3,9826 Lira so viel wie nie zuvor. Die Marke von 4 Lira für einen Dollar rückt damit zunehmend in Reichweite. Zuletzt konnte sich der Lirakurs aber etwas erholen.

Schon seit längerem wird die Währung durch die politisch angespannte Situation in dem Land selbst belastet. Hinzu kommen diplomatische Spannungen zwischen der Türkei auf der einen Seite und Europa sowie den USA auf der anderen Seite. Zuletzt sorgten zusätzlich kritische Äusserungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Kurs der türkischen Notenbank für Belastung.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88810 (0,88498) GBP und 131,61 (131,87) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'286,95 (1'283,30) USD gefixt.

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(AWP)