Devisen: Euro leicht gestiegen - Zum Franken kaum verändert

Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem US-Dollar leicht zugelegt. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1206 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Zum Franken gab es indes kaum Bewegung. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0854 nach zuvor 1,0851 CHF gehandelt. Der Dollar gab auf 0,9686 nach 0,9698 im frühen Handel nach.
13.06.2017 13:23

Im Wochenverlauf steht die Geldpolitik im Fokus. So wird von der US-Notenbank am morgigen Mittwoch eine Zinserhöhung erwartet. Die SNB dürfte indes am Donnerstag an ihrem Kurs festhalten und die Zinsen unangetastet lassen. Allerdings werden die heimischen Währungshüter nach Einschätzung der CS-Ökonomen wohl ihre Devisenmarktinterventionen bei Bedarf fortsetzen.

Enttäuschende Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten konnten den Euro nicht schwächen. Der entsprechende Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im Juni entgegen den Erwartungen am Markt um 2,0 Punkte auf 18,6 Punkte. Der Vormonatswert von 20,6 Punkten war der höchste seit August 2015.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es zuletzt bei der schwedischen Krone und dem kanadischen Dollar. Die Krone legte nach unerwartet starken Inflationszahlen um fast ein Prozent zu. Der kanadische Dollar gewann seit Montagabend mehr als 1,5 Prozent an Wert. Auslöser war eine Rede einer führenden Vertreterin der kanadischen Notenbank. "Wenn sich das Wachstum fortsetzt und idealerweise weiter ausbreitet, wird der geldpolitische Rat prüfen, ob die gesamte derzeitige geldpolitische Unterstützung weiterhin nötig ist", sagte Carolyn Wilkins laut einem Redetext.

Dies seien neue Töne seitens der Kanadier, schreibt Thu Lan Nguyen, Expertin bei der Commerzbank. "Bisher hatten sich die Notenbanker angesichts zahlreicher Risiken immer sehr vorsichtig in Bezug auf den Konjunkturausblick geäussert und sich möglichst mit Hinweisen in Richtung Zinserhöhungen zurückgehalten." Mitte Juli werden die kanadischen Währungshüter ihre nächsten geldpolitischen Entscheidungen fällen. Im Jahr 2015 hatten sie den Leitzins zweimal gesenkt und damit unter anderem auf wirtschaftliche Probleme infolge deutlich gesunkener Ölpreise reagiert. Derzeit liegt der Leitzins in Kanada bei 0,5 Prozent.

Im weiteren Tagesverlauf könnten noch Preisdaten von den US-Unternehmen für Impulse am Devisenmarkt sorgen. Sie geben einen Hinweis darauf, ob sich die jüngste Entwicklung wieder fallender Inflationsraten verfestigt. Dies wäre für die US-Notenbank, von der am Mittwoch eine weitere Zinsanhebung erwartet wird, keine gute Nachricht.

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(AWP)