Devisen: Euro leicht gesunken zum US-Dollar und Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag im frühen Handel leicht nachgegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,1088 US-Dollar gehandelt und damit etwas unter dem Niveau des Vorabends. Auch zum Franken tendiert der Euro leicht schwächer. Aktuell wird ein Euro zu 1,0813 CHF verglichen mi 1,0819 CHF am Abend davor gehandelt. Der Dollar kostet zeitgleich 0,9754 CHF nach 0,9744 am Mittwochabend.
07.07.2016 08:34

Dominierendes Thema am Devisenmarkt bleibt das Votum der Briten für einen Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union. Für Unsicherheit sorgte zuletzt, dass inzwischen bereits mehrere britische Immobilienfonds ihre Gelder eingefroren haben. Experten warnen vor Ansteckungseffekten.

Am Vorabend gab es zudem Signale zur Geldpolitik in den USA. Die Notenbank Fed veröffentlichte ihr Protokoll (Minutes) zur Zinsentscheidung von Mitte Juni, also vor dem Brexit-Votum. Es sei klug, das Ergebnis des Referendums abzuwarten, heisst es dort. Ausserdem hätten jüngste Konjunkturdaten dazu geführt, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt durch die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed als unsicher eingeschätzt werde.

Dem Brexit selbst stehe John Williams, Präsident der San Francisco Fed eher entspannt gegenüber und sehe den Brexit als eine dieser "normalen Unwägbarkeiten", die in der Weltwirtschaft eben vorkommen, schreibt die Commerzbank in einem Devisenkommentar. Daniel Tarullo (FOMC Board of Governors) sei deutlich skeptischer und sehe "ganz schön viel Unsicherheit" durch das Brexit-Votum sowie nachvollziehbare Flucht in Qualität. Die Fed-Präsidentin Janet Yellen, habe sich in vornehmer Zurückhaltung geübt und bislang nicht geäussert. Das werde sie auch laut Kalender vor der nächsten FOMC-Sitzung nicht tun.

Vor diesem Hintergrund dürften im weiteren Tagesverlauf Zahlen des privaten Instituts ADP zur Beschäftigung in den USA genau beobachtet werden. Sie gelten als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. Für Antje Praecke, Analystin bei der Commerzbank, ist klar: "Enttäuscht der Arbeitsmarktbericht morgen erneut, war's das wohl mit Zinserhöhungen in diesem Jahr."

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(AWP)