Devisen: Euro leidet unter Italiens Defizit-Beschluss und starken US-Daten

Der Euro hat am Donnerstag weiter nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung weitete im Handelsverlauf ihre Verluste aus und kostete im New Yorker Handel zuletzt noch 1,1652 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1707 (Mittwoch: 1,1737) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8542 (0,8520) Euro gekostet.
27.09.2018 22:10

Schuld an der Euroschwäche war Devisenexperten zufolge der Haushaltsstreit innerhalb der italienischen Regierung. Laut Innenminister Matteo Salvini ist für 2019 eine Einigung auf ein Defizit von 2,4 Prozent des BIP gefunden worden. Damit hätten sich die populistischen Regierungsparteien Fünf Sterne und Lega gegen den parteilosen Finanzminister Giovanni Tria durchgesetzt, der den Fehlbetrag Berichten zufolge unter zwei Prozent halten wollte.

Auch zum Schweizer Franken gab der Euro etwas nach und kostete noch 1,1382 Franken nachdem er am Nachmittag noch 1,1393 Franken wert gewesen war. Der Dollar verteuerte sich dagegen auf 0,9768 Franken, nachdem der "Greenback" erst im Verlauf des Tages über die Schwelle von 0,97 Franken geklettert war.

Überwiegend starke US-Konjunkturdaten gaben der amerikanischen Währung Auftrieb. Die US-Unternehmen hatten im August deutlich mehr neue Aufträge erhalten als erwartet. Zudem war einer dritten Schätzung zufolge die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

Die Zahl der wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war zwar höher ausgefallen als erwartet. Sie bewegt sich historisch gesehen aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Ausserdem war die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im August deutlicher zurückgegangen als von Analysten prognostiziert worden war.

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(AWP)