Devisen: Euro nach Italien-Referendum nur zeitweise deutlich unter Druck

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Montag vergleichsweise gelassen auf das gescheiterte Referendum in Italien und den angekündigten Rücktritt des Regierungschefs Matteo Renzi reagiert. Am frühen Morgen kam es nur zeitweise zu deutlichen Verlusten und der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,0506 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2015. Im Verlauf des Vormittags erholte sich der Euro schnell und notiert bei aktuell 1,0682 Dollar sogar noch etwas höher als vor der Volksabstimmung in Italien.
05.12.2016 12:44

Ähnlich auch das Bild beim EUR/CHF-Währungspaar. Nachdem im asiatischen Handel noch Kurse von 1,0696 angegeben wurden, hat sich die Gemeinschaftswährung bis zuletzt auf 1,0812 CHF erholt. So hoch hat das Paar zuletzt Anfang November gestanden. Entsprechend zeigt sich der US-Dollar am Montagmittag gegenüber dem Franken bei einem Stand von 1,0121 CHF etwas schwächer als noch am Morgen.

Nach einer deutlichen Ablehnung seiner Verfassungsreform hat der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi seinen Rücktritt für den Verlauf des Tages angekündigt. Nach Einschätzung des Chefvolkswirts Thomas Gitzel von der VP Bank könnte sich das italienische Parlament rasch auf eine Übergangsregierung einigen und damit Neuwahlen mit unsicherem Ausgang vermeiden.

"Dass die Märkte gefasst reagierten, liegt auch daran, dass Staatspräsident Sergio Mattarella eine Übergangsregierung einsetzen möchte, die das Wahlrecht zu Lasten der Fünf-Sterne-Bewegung ändern könnte", kommentierte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Trotzdem sei das Risiko einer Regierung unter der Führung der eurokritischen Fünf-Sterne und einer Rückkehr der Staatsschuldenkrise nicht vom Tisch.

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(AWP)