Devisen: Euro nach Jamaika-Aus nur kurzzeitig unter Druck

Der Euro ist am Montag nur kurzzeitig durch das Aus der Jamaika-Sondierungsgespräche für eine neue Regierung in Deutschland belastet worden. Nachdem die Gemeinschaftswährung in der Nacht auf Montag um etwa einen halben Cent bis auf 1,1722 US-Dollar gefallen war, stieg sie im Vormittagshandel wieder bis auf 1,1804 Dollar. Der Kurs lag damit in etwa auf dem Niveau vom Freitagabend.
20.11.2017 10:19

Auch zum Franken gab der Euro zunächst nach und fiel kurzeitig sogar unter die Marke von 1,16. Bis 10.10 Uhr erholte sich der Euro wieder auf 1,1670 CHF. Der US-Dollar geht derweil wenig verändert mit 0,9888 CHF um.

Am späten Sonntagabend hatte sich die FDP aus den Sondierungsgesprächen mit Union und Grünen verabschiedet. Die wochenlangen Bemühungen um eine konservativ-linksliberale Koalition scheinen damit gescheitert zu sein. Die politischen Verhältnisse in dem wichtigsten Wirtschaftsland der Eurozone sind somit unübersichtlich geworden. Sowohl Deutschland als auch der Euroraum waren zuletzt robust gewachsen, was den Euro beflügelt hatte.

Ökonomen gaben sich in ersten Kommentaren gelassen. Sie sehen zwar eine Zeit politischer Ungewissheit auf Deutschland zukommen. Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum werden aber nicht erwartet. "Die Beispiele Belgiens oder der Niederlande, wo Übergangsregierungen der Wirtschaft lange Zeit keinen Schaden zugefügt haben, scheinen sogar darauf hinzudeuten, dass Übergangsregierungen eher helfen als schaden", sagte ING-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski. Jedoch sei Europa um eine Illusion ärmer: "Deutschland ist nicht länger das Vorbild politischer Stabilität."/bgf/jkr

(AWP)