Devisen: Euro nach Katalonien-Referendum unter Druck

Der Euro ist am Montag nach dem Unabhängigkeitsreferendum in der spanischen Region Katalonien deutlich unter Druck geraten. Bis zum Mittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief von 1,1730 USD und steht aktuell bei 1,1743. Zum Franken durchbrach der Euro die Schwelle von 1,14 kurzzeitig nach unten, während der US-Dollar zum Wochenauftakt wenig verändert knapp oberhalb der Marke von 0,97 CHF notiert.
02.10.2017 13:08

Aktuell kostet der Euro 1,1408 CHF und damit etwas weniger als am Morgen. Innert Wochenfrist hat die Gemeinschaftswährung damit fast 2 Rappen verloren. Laut Thomas Flury, Währungsexperte bei der UBS, ist dieser Rückgang von 1,16 auf 1,14 CHF aber eher eine kurzfristige Delle als das Einläuten einer Trendwende, wie er im AWP-Videointerview erklärte. Bis Ende Jahr erwartet Flury das Währungspaar in einem Handelsbereich zwischen 1,14 und 1,16.

Das von Polizeigewalt überschattete Referendum über die Abspaltung Kataloniens von Spanien haben die Separatisten klar für sich entschieden. Die Mehrheit von 90% für eine Abspaltung kam jedoch bei einer Wahlbeteiligung von lediglich 42% zustande. Die Zentralregierung erachtet das Referendum als ungültig, weil es nach der Landesverfassung nicht erlaubt ist. Die Regionalregierung sieht das Referendum trotz Verfassungsverbot als gültig an und berät zur Stunde über das weitere Vorgehen.

Gefragt war an den Finanzmärkten der amerikanische Dollar. Fachleute nannten vor allem zwei Gründe dafür: Zum einen hält sich an den Märkten die Zuversicht, dass die amerikanische Regierung ihre Steuerpläne einigermassen unbeschadet durch den Kongress bekommt und die US-Wirtschaft dadurch einen Wachstumsschub erhält. Zum anderen sorgen Spekulationen über die kommende Führung der US-Notenbank für Kursauftrieb. Nach Medienberichten soll der frühere Notenbanker Kevin Warsh zum Favoritenkreis gehören. Warsh gilt als Vertreter einer strafferen Geldpolitik.

Konjunkturdaten spielten in diesem Umfeld eine untergeordnete Rolle. Robuste Zahlen zur Industriestimmung im Euroraum konnten den Euro so gut wie nicht stützen. Das Markit-Institut hatte im Vormittagshandel seine Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Am Nachmittag präsentiert das amerikanische ISM-Institut sein Pendant zur europäischen Zahl. Es wird mit einer leichten Eintrübung gerechnet, allerdings von hohem Niveau aus.

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(AWP)