Devisen: Euro nach SNB-Entscheid zum Franken wenig verändert

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat sich am Donnerstag vor der Veröffentlichung zahlreicher US-Konjunkturdaten und nach den Zinsentscheiden der SNB und BoE über der Marke von 1,12 US-Dollar gehalten. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1239 Dollar und damit so viel wie am Morgen. Auch zum Franken zeigt sich der Euro mit 1,0945 CHF nach 1,0947 CHF am Morgen wenig verändert. Ein US-Dollar kostet zeitgleich 0,9739 CHF nach 0,9736 CHF am Morgen.
15.09.2016 13:08

Der Franken reagiert nur kurzfristig auf den am Morgen bekanntgegebenen Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Nach dem Zinsentscheid war der Franken zum Euro kurz auf 1,0963, gestiegen, bröckelte in der Folge dann aber wieder auf das Niveau des frühen Geschäfts ab.

Die SNB hatte am Donnerstag wie mehrheitlich erwartet ihre Geldpolitik bekräftigt: Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25% und den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75%. Der Franken sei nach wie vor deutlich überbewertet, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung. Die Nationalbank bleibe aber am Devisenmarkt aktiv, um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen.

Derweil hat auch die Bank of England wie erwartet ihre Geldpolitik nicht weiter gelockert. Anfang August hatte die Notenbank ihre Geldpolitik stark gelockert, um befürchteten Verwerfungen infolge des Brexit-Votums vorzubeugen. Bislang sind die von der Bank of England befürchteten wirtschaftlichen Folgen weitgehend ausgeblieben. Ihre Massnahmen vom August werden deshalb von politischer Seite als Überreaktion kritisiert.

Aus den USA stehen im Verlauf des Nachmittags unter anderem Zahlen zum Einzelhandel, aus der Industrie und Preisdaten an. Die Daten dürften genau beäugt werden, weil die amerikanische Notenbank ihren Kurs stark von der kurzfristigen konjunkturellen Entwicklung abhängig macht. Sie tagt in der kommenden Woche. Aktuell erwarten die meisten Analysten und Anleger dann keine Fortsetzung der Ende 2015 begonnenen Zinsstraffung.

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(AWP)