Devisen: Euro nähert sich 14-Jahrestief beim Dollar - Weiter unter 1,07 Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem US-Dollar wieder seinem 14-Jahrestief angenähert. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0379 US-Dollar. Damit rückt der vergangene Donnerstag wieder in den Fokus. An dem Tag war der Euro zum US-Dollar auf 1,0367 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit Anfang 2003.
20.12.2016 13:30

Zum Franken hat sich der Euro im Vormittagsverlauf am Dienstag zwar etwas aufgerappelt, notiert aber auch bei 1,0690 nach wie vor unterhalb der Marke von 1,07. Am Montagnachmittag hatte das EUR/CHF-Paar diese Schwelle bereits unterschritten. Im Verlauf des Dienstags war das Paar im Tief bis auf 1,0674 abgesackt. Zuletzt war es zu so tiefen Kursen im Handelsverlauf im Oktober gekommen. Janwillem Acket, Chefökonom bei Julius Bär, erklärt die aktuellen Kurse vor allem mit einer "akuten Euroschwäche".

Nicht zuletzt der Anschlag in Berlin am Montagabend sowie auch der Mord am russischen Botschafter in der Türkei hätten bei Anlegern die Suche nach sicheren Häfen wieder verstärkt.

Dies hat auch Einfluss auf den US-Dollar, der sich seit Montagabend wieder im Aufwind befindet. Das spiegelt sich auch beim USD/CHF-Paar wider, das mit einem aktuellen Kurs von 1,0305 CHF steigt.

Zur Begründung der Dollar-Stärke verweisen Analysten auf Äusserungen von US-Notenbankchefin Janet Yellen. Sie hatte sich optimistisch zum amerikanischen Arbeitsmarkt geäussert. Es sei der "stärkste Arbeitsmarkt seit fast einem Jahrzehnt". Obwohl wesentliche Aussagen zur Geldpolitik ausblieben, wurden die Äusserungen als Indiz für eine absehbar straffere Geldpolitik interpretiert. Der Dollar wertete deswegen auf.

Im Nachmittagshandel stehen an diesem Dienstag keine nennenswerten Konjunkturdaten aus den USA an, so dass auch von dieser Seite keine Bewegung zu erwarten ist.

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(AWP)