Devisen: Euro nimmt Klettertour wieder auf - Zum Franken über 1,1440

Der Kurs des Euro hat am Montag wieder an seine rasante Klettertour der vergangenen Wochen angeknüpft. Im New Yorker Handel stieg die Gemeinschaftswährung erstmals seit Januar 2015 wieder über 1,18 US-Dollar. Zum Schweizer Franken verteuerte sich die Gemeinschaftswährung am Abend bis auf 1,4444 CHF, ein weiterer Höchststand seit der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Januar 2015.
31.07.2017 21:42

Zuletzt notierte der Euro bei 1,1440 CHF, nachdem er am späten Nachmittag noch bei 1,1373 notiert hatte. Der US-Dollar zeigt sich zur Schweizer Währung mit 0,9670 CHF (0,9647) leicht fester als am Nachmittag, bleibt aber wieder unter 97 Rappen. Die anhaltende Abschwächung des Frankens zum Euro wird von Experten teilweile auf markttechnische Faktoren zurückgeführt. So scheine es einigen Investoren mit grossen Frankenoptionen eher unwohl geworden zu sein, zitierte der "Tages-Anzeiger" am Wochenende Thomas Flury, Chef der UBS-Währungsstrategie.

Zum US-Dollar wurde der Euro zuletzt bei 1,1831 Dollar gehandelt - nahe des Tageshochs von 1,1835 Dollar. Nach wie vor werde der Euro durch das politische Chaos in den USA gestützt, hiess es bei Beobachtern. "So sehr im November und Dezember Donald Trumps Wahlsieg dem Dollar geholfen hatte, so sehr werden der US-Präsident und die republikanische Kongress-Mehrheit nun zu Belastungsfaktoren für die US-Währung", sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Das Chaos setzte sich am Montag fort: Berichten zufolge muss der erst vor wenigen Tagen ernannte Kommunikationschef Anthony Scaramucci seinen Posten im Weissen Haus wieder räumen. US-Medien wie der "New York Times" zufolge hat Trump habe ihn auf Druck seines neuen Stabschefs John Kelly entlassen.

Für zusätzlichen Druck auf den Dollar sorgten zu Wochenbeginn auch schwache Konjunkturdaten aus den USA. Das Geschäftsklima in der Region Chicago war im Juli überraschend deutlich gesunken. Im Gegenzug stützten Konjunkturdaten aus dem Euroraum die Gemeinschaftswährung: Die Arbeitslosenquote war auf den tiefsten Stand seit mehr als acht Jahren gefallen, während die Inflation im Euroraum erwartungsgemäss stabil geblieben war.

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(AWP)