Devisen: Euro notiert weiter klar unter 1,10 USD - Zum Franken bei 1,085 CHF

NEW YORK (awp international) - Der Eurokurs ist am Donnerstag im US-Handel deutlich unter 1,10 US-Dollar geblieben. Zuletzt kostet die Gemeinschaftswährung 1,0926 Dollar. Zeitweise war der Eurokurs bis auf 1,0916 Dollar gefallen. Letztmalig hatte er am 24. Juni, dem Tag der Bekanntgabe des Brexit-Votums, niedriger notiert.
20.10.2016 21:13

Auch zum Schweizer Franken schwächte sich der Euro im Tagesverlauf ab, notiert aber am späten Donnerstagabend bei 1,0849 CHF und damit wieder ähnlich wie zur Mittagszeit - nach tieferen 1,0835 CHF am späten Nachmittag. Nachdem die wichtige Unterstützung bei 1,0855 bereits am Mittwoch unterschritten worden war, dürfte der Druck gegen unten weiter zunehmen, schrieb die ZKB am Donnerstag aus technischer Sicht. Zwischen 1,0790 bis 1,0810 befinde sich aber weiterhin stabile Unterstützung.

Der US-Dollar wird aktuell zu 0,9929 CHF gehandelt - also ähnlich wie am späten Nachmittag bei 0,9924 CHF und deutlich fester als bei 0,9885 am Mittag.

Die Aussage des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, dass im EZB-Rat bisher nicht über eine Ausweitung des Kaufprogramms für Wertpapiere gesprochen worden sei, hatte den Eurokurs im europäischen Handel nur kurz bis auf 1,1039 Dollar nach oben klettern lassen. Das war der höchste Stand des Tages gewesen. Danach war die Gemeinschaftswährung wieder unter Druck geraten und hatte ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt.

Unter dem Strich lieferten die Aussagen von Draghi nach der EZB-Zinssitzung Experten zufolge kaum neue Erkenntnisse. Einen klaren Hinweis zur weiteren Entwicklung der Anleihekäufe sei der Notenbanker schuldig geblieben, sagte Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba. Erneut habe Draghi darauf hingewiesen, dass die Notenbank die Geldschleusen wegen konjunktureller Risiken offen halten müsse.

Umlauf hält daher eine Verlängerung der Anleihekäufe in den kommenden Monaten für wahrscheinlicher als einen baldigen Beginn des "Tapering". Darunter versteht man die schrittweise Rückführung der milliardenschweren Anleihekäufe.

/la/he

(AWP)