Devisen: Euro profitiert von Frankreich-Umfragen - US-Dollar schwächer

Der Euro hat am Donnerstag von der Aussicht auf eine europafreundliche Präsidentschaft in Frankreich profitiert. Die Gemeinschaftswährung rückte im New Yorker Handel zuletzt bis auf 1,0979 US-Dollar vor. Sie kostete damit fast einen Cent mehr als zur gleichen Zeit am Vortag. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor noch auf 1,0927 (Mittwoch: 1,0919) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9152 (0,9158) Euro.
04.05.2017 21:27

Die US-Währung verbilligte sich auch zum Schweizer Franken weiter und sank am Abend mit 0,9870 CHF (Nachmittag 0,9910) wieder unter die Schwelle von 99 Rappen. Der Euro notierte derweil zur Schweizer Währung mit 1,0839 CHF (Nachmittag 1,0847) nur wenig verändert.

In Frankreich hatte der unabhängige Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron das TV-Duell vom Mittwochabend laut Umfragen für sich entschieden. An den Finanzmärkten wurde dies mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, weil seine Gegenspielerin Marine Le Pen die Franzosen aus der EU und dem Euro führen will. Die Stichwahl zwischen beiden Kandidaten findet an diesem Sonntag statt. Umfragen sehen den jungen Politstar mit etwa 20 Prozentpunkten vor der Rechtspopulistin.

Im Gegenzug konnte der US-Dollar seine Gewinne vom Vorabend wegen der Aussicht auf höhere US-Zinsen nicht über die Zeit retten. Am Mittwoch hatte die US-Währung späten Rückenwind erhalten, obwohl die US-Notenbank ihren Leitzins nicht weiter angehoben und auch keine Hinweise auf den Zeitpunkt einer weiteren Straffung gegeben hatte. Dennoch rechnen die Finanzmärkte bereits im Juni mit dem vierten Zinsschritt seit Beginn der Zinswende Ende 2015.

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(AWP)