Devisen: Euro reduziert seine Gewinne - Auch zum Franken schwächer

NEW YORK (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag im US-Handel seine Gewinne eingedämmt. Zuletzt kostet die Gemeinschaftswährung 1,1203 US-Dollar. Im europäischen Geschäft hatte der Euro noch bis auf 1,1257 Dollar angezogen und damit weiter besonders deutlich von der abwartenden Zinspolitik der US-Notenbank profitiert.
22.09.2016 21:12

Derweil muss das Währungspaar EUR/CHF weitere Verluste hinnehmen. Am späten Donnerstagabend wird der Euro noch zu 1,0863 CHF gehandelt und damit tiefer als am Nachmittag und zur Mittagszeit bei jeweils rund 1,0870 CHF und 1,0896 CHF am Morgen. Bei Unterschreiten von 1,0875 müsse mit Verlusten in Richtung 1,0825 gerechnet werden, schrieb die ZKB in einer technischen Markteinschätzung am Donnerstag. Damit sich die Lage neutralisiere, müsste hingegen die Marke 1,0920 zurückerobert werden.

Auch der Dollar tendiert gegenüber dem Franken auf der schwachen Seite und kostet aktuell 0,9697 CHF nach 0,9709 CHF am Morgen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge nicht angetastet. Gleichwohl hätten sich die Argumente für eine weitere Leitzinserhöhung "verstärkt", sagte Notenbankchefin Janet Yellen. Die kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick seien "ziemlich ausgewogen".

"Eigentlich wäre all das für den Markt ein klarer Hinweis, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorsteht", kommentierte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Daher müsste eigentlich der Dollar fester notieren. Allerdings erreiche die Fed den Markt nicht mehr. "Im Pokern würde man sagen: Der Markt will sehen. Worte allein helfen nicht mehr", so Karpowitz. Die am Nachmittag veröffentlichten und uneinheitlich ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA haben dem Markt keine neue Richtung gegeben.

/ajx/jha/

(AWP)