Devisen: Euro rutscht zum Dollar weiter ab - Stabil zum Franken

Der Euro hat am Dienstag an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft und ist weiter deutlich gefallen. Am Morgen rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1755 US-Dollar und wurde damit etwa einen halben Cent tiefer gehandelt als am Vorabend. Mittlerweile hat sie sich auf 1,1770 US-Dollar wieder etwas erholt. Zum Franken notiert sie in einer engen Spanne um die 1,15er Marke und kostet aktuell 1,1503 CHF.
17.10.2017 10:16

Marktbeobachter sprechen von einer allgemeinen Dollar-Stärke im Devisenhandel. Diese zeigt sich auch beim USD/CHF-Währungspaar, das im Hoch bis auf 0,9792 stieg, mittlerweile aber wieder auf 0,9773 zurückgekommen ist.

Auf der Suche nach einer neuen Führungsspitze für die US-Notenbank Fed hatte sich Präsident Donald Trump laut Medienberichten zuletzt mit dem renommierten Ökonom John Taylor von der Universität Stanford getroffen. Taylor wird zu den geldpolitischen "Falken" gezählt, also zu den Ökonomen, die für eine eher straffe Geldpolitik mit steigenden Zinsen aussprechen. Generell beflügelt die Aussicht auf weiter steigende Zinsen den Dollar und belastet im Gegenzug den Euro.

Trump soll bei dem Treffen von Taylor beeindruckt gewesen sein. Der US-Ökonom hat sich einen Namen durch die sogenannte "Taylor-Regel" gemacht, die als die wohl bekannteste geldpolitische Regel gilt. Demnach kann der Leitzins durch eine vergleichsweise einfachen Berechnung bestimmt werden. Bei einer konsequenten Anwendung der Taylor-Regel wäre der Leitzins in den USA deutlich höher als die aktuelle Spanne von 1,00 bis 1,25 Prozent.

"Es wird angenommen, dass Taylor einer deutlich strafferen Geldpolitik zugeneigt ist", kommentierte Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Er dürfte zudem ein Wunschkandidat der Republikaner sein. Der konservative Flügel in der amerikanischen Parteienlandschaft hat sich schon lange dafür einsetzen, dass sich die Fed stärker an geldpolitische Regeln hält und damit mehr Transparenz schafft.

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(AWP)