Devisen: Euro schwach - Dollar zum Franken kurz über Parität

FRANKFURT (awp international) - Der Euro ist am Montag zum US-Dollar auf den schwächsten Stand in diesem Jahr gefallen. Seit der Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten befindet sich der Dollar auf einem Höhenflug und setzt andere Währungen wie den Euro, vor allem aber auch Währungen von Schwellenländern unter Druck. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0709 USD und damit auf den tiefsten Stand seit Dezember 2015. Dies, nachdem sich abgezeichnet hatte, dass die US-Notenbank Fed erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins anheben würde. Inzwischen notiert der Euro am frühen Abend wieder etwas höher auf 1,0725 USD.
14.11.2016 17:27

Zum Schweizer Franken bleibt der Euro ebenfalls schwach und notiert am frühen Abend auf 1,0700 nach 1,0741 CHF am frühen Nachmittag. Damit bewegt sich die Gemeinschaftswährung nach einer leichten Erholung zur Tagesmitte in etwa wieder auf dem Niveau am Morgen. Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass sich die Schweizer Nationalbank (SNB) auch weiterhin mit Devisenmarktinterventionen gegen Aufwertungsdruck stemmen. Von der SNB selbst wurde diese Frage von AWP mit "kein Kommentar" beantwortet.

Der Dollar zum Franken kletterte heute erstmals seit Februar wieder über 1 CHF und notierte im vorläufigen Tageshoch auf 1,0002 CHF. Am frühen Abend zeigt sich der Franken allerdings wieder etwas erholt und der Dollar notiert auf 0,9983 nach 0,9962 CHF am Mittag und 0,9910 CHF am Morgen.

Der Höhenflug des Dollar ist aus Sicht von Experten überraschend, weil viele Analysten im Falle eines Wahlsiegs des Republikaners Trump eine Dollarschwäche prognostiziert hatten. Doch von der erwarteten Panikreaktion an den Finanzmärkten ist nichts zu sehen. Vielmehr steht seither neben dem Franken auch der japanische Yen unter Druck. Beide Währungen gelten unter Anlegern als typische sichere Häfen in unsicheren Zeiten. Gefragt waren sie zuletzt nicht.

Trump hat unter anderem massive Steuersenkungen und höhere Ausgaben für die landesweite Infrastruktur versprochen. Es gilt als denkbar, dass dadurch die Konjunktur und die Inflation angeschoben werden. Derartige Erwartungen spiegeln sich am Kapitalmarkt wider, wo die Zinsen für amerikanische Staatsanleihen stark gestiegen sind. Davon profitiert der Dollar. Hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank im Dezember an den Finanzmärkten als sehr hoch eingeschätzt wird.

Im Gegenzug geraten andere Währungen unter Druck. Betroffen sind neben den Devisen von Industrieländern viele Währungen von Schwellenländern. Vor allem der mexikanische Peso ist eingebrochen, weil sich in Trumps Wahlprogramm viele Punkte finden, deren Umsetzung Mexiko wirtschaftlich sehr schaden dürften. Aber auch der südafrikanische Rand, die türkische Lira, der brasilianische Real und der chinesische Yuan haben im Verhältnis zum Dollar deutlich an Wert verloren. Der Yuan erreichte im wichtigen sogenannten Festlandhandel den schwächsten Stand seit dem Krisenjahr 2008. Im für ausländische Investoren zugänglichen "Offshore-Handel" wurde sogar ein Rekordtief erreicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs des Euro am Montag auf 1,0777 (Freitag: 1,0904) USD festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9279 (0,9171) EUR. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85985 (0,86133) GBP und 116,27 (115,96) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'213,60 (1'236,45) USD gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35'930,00 (36'450,00) EUR.

tos/jkr/stb/jl

(AWP)