Devisen: Euro schwach - Dollar zum Franken nahe Parität

FRANKFURT (awp international) - Die allgemeine Dollarstärke macht auch zu Wochenbeginn sowohl Währungen vieler Industrieländer, als auch Devisen zahlreicher Schwellenländer zu schaffen. Der Kurs des Euro war am Morgen bis auf 1,0728 US-Dollar gefallen, was dem tiefsten Stand seit Anfang Januar entsprach. Am Montagmittag liegt die Gemeinschaftswährung leicht erholt bei 1,0792 Dollar.
14.11.2016 13:25

Zum Franken sieht das Bild ähnlich aus: Nachdem der Euro am Morgen kurzzeitig unter die Schwelle von 1,07 CHF gefallen war, so tief als, wie zuletzt im August 2015, hat sich das EUR/CHF-Paar auf aktuell 1,0741 wieder erholt. Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass sich die SNB auch weiterhin mit Devisenmarktinterventionen dem Aufwertungsdruck stellt. Von der Schweizerischen Notenbank selbst wurde diese Frage von AWP mit "kein Kommentar" beantwortet.

Die Stärke des US-Dollars zeigt sich auch gegenüber dem Franken. Bei einem Stand von aktuell 0,9962 CHF nimmt das USD/CHF-Paar die Parität wieder in Angriff.

Seit dem Wahlsieg Donald Trumps in der US-Präsidentschaftswahl hat der US-Dollar zu vielen Währungen deutlich an Wert gewonnen. Das ist überraschend, weil viele Analysten in diesem Fall eine Dollarschwäche prognostiziert hatten. Doch von der erwarteten Panikreaktion ist bislang wenig zu sehen. Vielmehr steht seither auch der japanische Yen unter Druck, der unter Anlegern als typischer sicherer Anlagehafen gilt.

Analysten erklären die Entwicklung vor allem damit, dass sich die Marktteilnehmer nach dem ersten Wahlschock schnell auf das Programm des künftigen Präsidenten konzentriert hätten. Trump hat unter anderem massive Steuersenkungen und höhere Ausgaben für die landesweite Infrastruktur versprochen. Es gilt als denkbar, dass dadurch Konjunktur und Inflation angeschoben werden. Derartige Erwartungen spiegeln sich am Kapitalmarkt, wo die Zinsen für amerikanische Staatsanleihen stark gestiegen sind. Davon profitiert der US-Dollar.

Im Gegenzug geraten reihenweise andere Währungen unter Druck. Betroffen sind neben den Devisen von Industrieländern viele Währungen von Schwellenländern. Als Hauptverlierer gilt der mexikanische Peso, weil sich in Trumps Wahlprogramm viele Punkte finden, deren Umsetzung Mexiko wirtschaftlich sehr schaden würde. Allerdings verlieren auch andere Währungen aus aufstrebenden Staaten deutlich an Wert, darunter der südafrikanische Rand, die türkische Lira oder der brasilianische Real. Bis auf wenige Ausnahmen verloren die Schwellenländerwährungen am Montag weiter an Boden.

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(AWP)