Devisen: Euro schwächelt vor Frankreich-Wahl

Der Euro hat am Freitag vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen etwas geschwächelt. Gute Konjunkturdaten aus der Währungszone spielten vor diesem Hintergrund kaum eine Rolle. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung mit 1,0696 US-Dollar exakt so viel wie im späten europäischen Nachmittagsgeschäft. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,0698 (Donnerstag: 1,0745) Dollar festgesetzt.
21.04.2017 21:31

Zum Schweizer Franken ist der Euro am Freitag leicht unter die Schwelle von 1,07 CHF abgerutscht und kostet aktuell 1,0696 CHF. Der US-Dollar geht derweil mit 0,9979 CHF weiterhin unterhalb des Paritätsniveaus um.

Am Donnerstagabend hatte ein tödlicher Anschlag auf Polizisten in Paris Frankreich erschüttert. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Attacke des 39-jährigen Karim C. am Freitag als "terroristische Tat". Nun stellt sich die Frage, ob dieser einen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten am Sonntag hat. Das Rennen um die französische Präsidentschaft ist spannend und gilt als Schicksalswahl für Europa. Laut einer noch vor dem Anschlag erstellten Ipsos-Umfrage könnten 31% derjenigen, die sicher zur Wahl gehen wollen, ihre Wahlentscheidung noch ändern.

In Umfragen lag der pro-europäische Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zuletzt leicht vorn, gefolgt von Europa-Feindin Marine Le Pen, die ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft will. Aber auch der Konservative François Fillon und der Linksaussen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon können sich Hoffnungen auf die entscheidende Stichwahl am 7. Mai machen. "Für den Fall, dass nur die extremen Kandidaten Le Pen und Melenchon in die Stichwahl einziehen, dürfte der Euro stark unter Druck kommen", warnte Experte Manuel Andersch von der BayernLB.

gl/he/mk

(AWP)