Devisen: Euro schwächer zum Dollar und Franken - Südafrikas Rand unter Druck

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gesunken. Händler erklärten die Verluste mit Auftrieb beim US-Dollar. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1560 US-Dollar und damit über einen halben Cent weniger als am Vorabend. Zum Franken schwächte sich der Euro leicht auf 1,1255 Franken ab von 1,1265 am Vorabend.
04.09.2018 13:15

Nicht nur der Euro wurde durch den aufwertenden amerikanischen Dollar belastet, auch viele andere Währungen. Zum Franken legte der Dollar auf 0,9737 Franken zu, am Vorabend war ein Dollar noch für 0,9694 Franken zu haben gewesen.

Ein entscheidender Grund für die Dollar-Stärke ist der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China. Sollte US-Präsident Donald Trump seine Warnung wahr machen und weitere chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen, würde der Disput zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt wohl gänzlich eskalieren. In diesem Umfeld konnte ein kräftiger Anstieg der Erzeugerpreise im Euroraum der Gemeinschaftswährung keinen Auftrieb geben.

Unter erhöhtem Druck stand zuletzt der südafrikanische Rand. Die Währung Südafrikas zählt zu den Devisen, die von der zurzeit negativen Marktstimmung gegenüber den Schwellenländern am stärksten betroffen sind. Typischerweise stehen besonders Länder unter Druck mit hohen Defiziten im Handel und im Staatshaushalt, einer hohen Verschuldung in ausländischer Währung, hoher Inflation und politischen Problemen.

Verstärkt wurde der Druck auf den Rand durch eine Datenveröffentlichung der nationalen Statistikbehörde, der zufolge Südafrika im Frühjahr überraschend in eine Rezession gerutscht ist. Das Bruttoinlandsprodukt ist demnach im zweiten Jahresviertel auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent zum Vorquartal geschrumpft. Volkswirte hatten hingegen mit Wachstum gerechnet. Bereits im ersten Quartal war die Wirtschaft um 2,6 Prozent geschrumpft. Damit befindet sich Südafrika erstmals seit dem Jahr 2009 in einer Rezession.

An Konjunkturdaten werden am Dienstag erst am Nachmittag entscheidende Zahlen erwartet. Dann wird der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie veröffentlicht. Der Indikator weist einen hohen Gleichlauf mit der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung in den USA auf. Analysten rechnen mit einem leichten Rückgang von hohem Niveau aus.

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(AWP)