Devisen: Euro schwächer zum Dollar - zum Franken über 1,09

Der Eurokurs hat am Donnerstag im späten New Yorker Devisenhandel die Verluste noch etwas ausgeweitet. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1053 US-Dollar. Zuvor war sie mit 1,1042 auf ein neues Tief seit Anfang des Monats gerutscht. Im europäischen Devisengeschäft war der Euro in der Spitze noch bis auf 1,1091 Dollar gestiegen.
29.08.2019 20:46

Gegenüber dem Schweizer Franken bewegte sich der Euro am Abend nach oben und stieg mit zuletzt 1,0912 über die Marke von 1,09 Franken. Der Dollar geht derweil zu 0,9872 Franken um. Das ist ebenfalls klar mehr als am Morgen mit 0,9806 Franken.

Der Euro reagierte spürbar auf Aussagen zur Geldpolitik. Wurde er zunächst durch Äusserungen der designierten EZB-Präsidentin Christine Lagarde belastet, erhielt er später Auftrieb durch Worte des niederländischen Notenbankchefs Klaas Knot. Anschliessend drehte die Gemeinschaftswährung wieder nach unten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1072 (Mittwoch: 1,1083) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9032 (0,9023) Euro gekostet.

Nach einem ruhigen Vormittagshandel geriet der Euro am Nachmittag zunächst unter Druck. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete über schriftliche Ausführungen der künftigen EZB-Präsidentin Christine Lagarde an das Europäische Parlament. Demnach hat die EZB nach Ansicht Lagardes die Zinsuntergrenze noch nicht erreicht. Die Notenbank verfüge zudem über einen umfassenden Instrumentenkasten und sei bereit, zu handeln. Die Formulierungen erinnern stark an die Wortwahl des jetzigen EZB-Präsident Mario Draghi, dem Lagarde im Herbst nachfolgen soll.

Wenig später legte der Euro wieder zu, als sich der niederländische Notenbankchef äusserte. Knot stellt sich zwar nicht prinzipiell gegen weitere Zinssenkungen durch die EZB. Gegenwärtig lehnt er aber eine Neuauflage der billionenschweren Wertpapierkäufe durch die Notenbank ab. Mitte September wird die EZB neue Entscheidungen fällen. Aufgrund der schwächeren Konjunktur wird mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik gerechnet. Die Markterwartungen sind sehr hoch, angefacht insbesondere durch offensive Äusserungen von Finnlands Notenbankchef Olli Rehn. Im US-Handel gab der Euro dann wieder nach.

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(AWP)