Devisen: Euro schwächt sich ab - Auch zum Franken mit Verlusten

Der Kurs des Euro ist am Freitag zwischenzeitlich unter 1,16 US-Dollar gesunken. Händler verwiesen auf die expansiven Haushaltspläne der italienischen Regierung, die Anleger verunsicherten und die Gemeinschaftswährung dadurch unter Druck setzten. Am Nachmittag wurde der Euro bei 1,1604 Dollar gehandelt und damit gut einen halben Cent unter dem Niveau vom Morgen.
28.09.2018 17:18

Auch gegenüber dem Schweizer Franken schwächte sich der Euro am Freitag spürbar ab. Die Gemeinschaftswährung kostet am späten Nachmittag 1,1338 Franken nach Kursen bei 1,14 Franken und darüber am Donnerstag. Der Dollar hielt sich zum Franken praktisch unverändert. Er geht am Freitag-Nachmittag bei 0,9771 Franken um.

Der Haushaltsentwurf der italienischen Regierung für das kommende Jahr sieht anstatt eines bislang geplanten Staatsdefizits von weniger als zwei Prozent jetzt 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung vor. Das ist zwar weniger als die nach EU-Vorgaben maximal erlaubten drei Prozent. Allerdings ist es auch das Dreifache des von der Vorgängerregierung mit der EU verabredeten Defizits von 0,8 Prozent.

Am italienischen Finanzmarkt kam es am Freitag zu Turbulenzen. An der Börse wurden die Papiere einiger Banken zeitweise vom Handel ausgesetzt, die Aktienkurse gaben stark nach. Italienische Staatsanleihen erlitten hohe Verluste, was ihre Risikoaufschläge in die Höhe trieb. Die Prämien für Ausfallversicherungen (CDS) auf italienische Staatsanleihen stiegen deutlich an. Analysten rechnen damit, dass die grossen Ratingagenturen die Bonität Italiens abstufen, was die Kreditkosten des Landes weiter verteuern würde.

Belastet wurde der Euro auch durch Inflationsdaten aus dem Währungsraum. Die Kernteuerung ohne Energie und Nahrungsmittel war im September überraschend zurückgegangen. Anfang der Woche hatte EZB-Präsident Mario Draghi noch die Erwartung einer anziehenden Kerninflation geäussert, was den Euro infolge höherer Zinserwartungen an die EZB beflügelt hatte.

Konjunkturdaten aus den USA fielen durchwachsen aus und gaben am Devisenmarkt keine klaren Impulse. Die Stimmung der Verbraucher hatte sich der Universität Michigan zufolge im September weniger als bislang erwartet verbessert, das Geschäftsklima in der Region Chicago hatte sich im gleichen Monat eingetrübt und die Konsumausgaben waren im August weiter gestiegen.

Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1187,25 (1185,40) Dollar festgesetzt.

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(AWP)

 
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