Devisen: Euro sinkt nach EZB-Signalen zum Dollar

Der Euro hat am Mittwoch nach einem Bericht über eine gesenkte Inflationsprognose der EZB gegenüber dem US-Dollar deutlich an Boden verloren. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1211 USD, nachdem sie am Vormittag zeitweise noch mehr als 1,1280 USD kostete.
07.06.2017 13:46

Auch zum Schweizer Franken gab der Euro nach, wenn auch nur vergleichsweise leicht. Zuletzt notierte er auf 1,0841 nach 1,0854 CHF am Morgen. Der Dollar legte gegenüber dem Franken auf 0,9670 zu von 0,9634 CHF am Morgen.

Nach einem ruhigen Vormittagshandel kam gegen Mittag Bewegung ins Marktgeschehen. Auslöser war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie will erfahren haben, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen der Zinssitzung am Donnerstag ihre Inflationsprognosen bis 2019 senkt.

Dies wäre ein Hinweis darauf, dass sich die Notenbank bei der perspektivischen Straffung ihrer Geldpolitik viel Zeit lassen dürfte. Der Euro reagierte auf die Nachricht mit deutlichen Verlusten.

Mit Blick auf das Währungspaar EUR/CHF geht der Online-Broker Swissquote derzeit von einem wenig risikofreudigen Marktumfeld aus. Entsprechend sei es überraschend, dass Euro gegenüber dem als sicherer Hafen geltenden Schweizer Franken lediglich leicht zurückgegangen ist.

Eine Erklärung dafür könnten Eingriffe am Devisenmarkt durch Schweizer Nationalbank (SNB) sein, wenn auch die Devisenreserven der SNB leicht fallen seien. Ein andere mögliche Erklärung sieht Swissquote dagegen in der gestiegenen Erwartungen, dass sich die unorthodoxe Geldpolitik der EZB - wenn auch langsam - dem Ende zuneigt.

Die Wahrscheinlichkeit habe zugenommen, dass Mario Draghi an der morgigen EZB-Sitzung den Investoren signalisieren könnte, sich mit ersten kleinen Schritte wegzubewegen von der expansiven Geldpolitik. Zudem erachtet Swissquote die politischen Risiken in Europa als geringer, was auch den Kapitalflucht-Druck vermindere. Vor diesem Hintergrund sei die Wahrscheinlichkeit einer Aufwertung des Euros zum Franken gestiegen.

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(AWP)