Devisen: Euro stabil - Franken behauptet - Pfund schwankt nach wichtigem Urteil

Der Euro hat am Dienstag kaum auf etwas bessere Wirtschaftsdaten aus Deutschland reagiert. Am Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,0990 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen.
24.09.2019 12:49

Der Franken zeigt sich zu Euro und US-Dollar behauptet. Entsprechend geht der Euro zu 1,0870 Franken um und der US-Dollar wird zu 0,9891 Franken gehandelt. Beide Paare notieren damit etwas tiefer als noch am frühen Morgen.

Deutliche Kursschwankungen verzeichnet dagegen das britische Pfund. Auslöser ist eine mit Spannung erwartete Entscheidung des Supreme Court. Das oberste Gericht des Königreichs erklärt die von der Regierung verhängte parlamentarische Zwangspause für rechtswidrig. Die Entscheidung schwäche Premierminister Boris Johnson innen- wie aussenpolitisch erheblich, kommentiert Ökonom Marco Weber von Union Investment. "Der weitere Fortgang der Ereignisse und die Zukunft von Boris Johnson sind nun völlig offen."

Das britische Pfund legte kurz nach dem Urteil zum Euro, Dollar und Franken zunächst deutlich zu, fiel anschliessend aber wieder zurück. Kritiker Johnsons hatten ihm vorgeworfen, die äusserst lange Zwangspause anzusetzen, um die Möglichkeiten des Parlaments zu beschneiden, einen ungeordneten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union zu verhindern.

Neue Konjunkturdaten aus Deutschland dämpfen unterdessen die bestehenden Rezessionsängste etwas. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster wirtschaftlicher Frühindikator, stieg nach fünf Rückgängen in Folge wieder an. Ifo-Präsident Clemens Fuest sprach allerdings nur von einer Pause im Abschwung. Am Montag hatten sehr schwache Umfragedaten des Instituts Markit neue Konjunktursorgen hervorgerufen.

Unterdessen mehrt sich der Widerstand gegen einen wichtigen Teil des jüngsten EZB-Lockerungspakets. Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau bezeichnete die neuen Wertpapierkäufe der Notenbank in Höhe von 20 Milliarden Euro je Monat als unnötig. Die beschlossene Zinssenkung und das neue Zinsversprechen allein seien bereits eine starke geldpolitische Kombination. Schon vor der Entscheidung der EZB hatte sich Villeroy de Galhau zurückhaltend geäussert, allerdings nicht so klar ablehnend wie jetzt. Der Kreis der Kritiker an den neuen Anleihekäufen wird damit immer grösser.

/bgf/jkr/jha/hr

(AWP)

 
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