Devisen: Euro stabil über 1,18 US-Dollar - Franken zieht an

Der Euro hat am Donnerstag stabil über der Marke von 1,18 US-Dollar notiert. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1834 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Erst am Dienstag hatte der Euro mit 1,1966 Dollar ein Zweijahreshoch erreicht, er war danach aber zurückgefallen.
20.08.2020 13:15

Gegenüber dem Franken büsste der Euro wieder Terrain ein und fiel unter die Marke von 1,08. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0789 Franken, was klar weniger ist als noch am Morgen. Der US-Dollar hat mit 0,9116 Franken seit dem Morgen ebenfalls Boden verloren. Händler bergründeten die Stärke des Frankens mit den steigenden Infektionszahlen in Europa und den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China bzw. dem Iran. Dies habe die Nachfrage nach sicheren Werten wie dem Franken wieder etwas erhöht.

Zuletzt konnte der Dollar etwas zulegen, nachdem er zuvor auf breiter Front unter Druck gestanden hatte. Als einen Grund für die Dollar-Gewinne nennen Fachleute die amerikanische Geldpolitik. Die US-Notenbank Fed hatte in ihrem Sitzungsprotokoll vom Mittwochabend keine hohe Präferenz erkennen lassen, ihre Geldpolitik rasch an wirtschaftliche Grössen wie Inflation oder Arbeitslosigkeit zu binden. Dies wurde als kleine Kehrtwende interpretiert, was dem Dollar etwas Auftrieb verlieh.

Gebremst wurde die Dollar-Erholung am Donnerstag, als das chinesische Handelsministerium mitteilte, bald in Kontakt mit der US-Regierung treten zu wollen. Es soll um das Dauerthema Handelsstreit gehen, der sich zuletzt in einen Technologiestreit gewandelt hatte. Die USA waren scharf gegen den chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei und die bekannte Social-Media-App Tiktok vorgegangen.

Am Nachmittag stehen vor allem Konjunkturdaten aus den USA im Blick. Erwartet werden die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben einen zeitnahen Hinweis auf den Zustand am Jobmarkt. Die Corona-Krise hat die Beschäftigten in den Vereinigten Staaten hart getroffen. Daneben stehen einige konjunkturelle Frühindikatoren auf dem Programm./bgf/jsl/fba/pre/kw

(AWP)