Devisen: Euro stabilisiert sich nach neuem Tief seit fast drei Jahren

Der Euro hat am Freitag seine Kursverluste der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Am Morgen hatte die Gemeinschaftswährung noch leicht unter Druck gestanden und war zeitweise bis auf 1,0827 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit April 2017 gesunken. Am Vormittag wurde der Euro aber wieder etwas höher bei 1,0844 Dollar gehandelt und damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend.
14.02.2020 10:18

Derweil hält die Schwäche des Euro zum Franken weiter an. Aktuell notiert der Euro zwar mit 1,0634 wieder etwas höher als am frühen Morgen, als die Einheitswährung bei 1,0609 das Tagestief erreicht hatte. Unterhalb von 1,06 Franken hat die Gemeinschaftswährung letztmals im Sommer 2015 notiert. Der Dollar kostet aktuell etwas mehr mit 0,9807 Franken.

Laut Händlern soll die Schweizerische Nationalbank (SNB) um das Tagestief herum interveniert haben, um zu verhindern, dass der Euro hier nach unten durchrasselt. Denn dann dürfte es rasch in Richtung 1,05 oder weiter in Richtung Parität gehen, hiess es am Markt.

Nach Ansicht der Commerzbank muss sie sich nun aber langsam die Frage stellen, ob es nach wie vor Sinn mache, immer mal wieder in kleineren Tranchen am Devisenmarkt einzugreifen. Eventuell wäre es besser, gleich "in die Vollen zu gehen" und es richtig zu tun, heisst es in einem Kommentar vom Freitag. Die Bank gibt aber gleich auch zu bedenken: Mit einem solchen Vorgehen würde die SNB der US-Administration mit ihrem Vorwurf Recht geben, ein Währungsmanipulator zu sein.

Durchwachsene Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland konnten dem Euro keine neue Richtung geben. Im vierten Quartal hatte die grösste europäische Volkswirtschaft stagniert, während Analysten im Mittel einen leichten Anstieg der Wirtschaftsleistung erwartet hatten. Allerdings wurden die Wachstumsdaten für das dritte Quartal nach oben revidiert.

Seit Beginn des Monats hat der Euro im Handel mit dem Dollar mehr als zwei Prozent an Wert verloren. Eine wesentliche Ursache für die Kursverluste ist die Sorge vor einer Konjunkturschwäche in der Eurozone. Zuletzt wurde der Konjunkturpessimismus durch die Coronavirus-Krise zusätzlich verstärkt.

Im weiteren Handelsverlauf stehen noch zahlreiche weitere Konjunkturdaten auf dem Programm, die für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen könnten. Unter anderem werden Kennzahlen zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone, zum Umsatz im US-Einzelhandel und zur amerikanischen Industrieproduktion veröffentlicht. /jkr/jha/pre/kw

(AWP)

 

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