Devisen: Euro steigt auf Sechsmonatshoch - Nähert sich 1,10 zum Franken

Der Euro hat am Dienstag an seine Gewinne der vergangenen Tage angeknüpft und ist zum Dollar auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr gestiegen. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1066 US-Dollar und damit so viel wie letztmalig im November 2016. Zuletzt wurden 1,1056 USD bezahlt.
16.05.2017 14:13

Auch zum Franken machte der Euro weiter leicht an Boden gut. Mit 1,0953 nach 1,0942 CHF am Morgen näherte sich die Gemeinschaftswährung weiter der Marke von 1,10. Der Dollar gab derweil auch gegen den Franken nach und kostet noch 0,9907 nach 0,9952 CHF im frühen Handel. Laut der SGKB darf sich die Nationalbank nach der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten derzeit etwas zurücklehnen. Da die grundlegenden Probleme des Euro aber noch nicht gelöst seien, dürfte diese Verschnaufpause laut dieser Einschätzung aber nicht allzu lange anhalten.

Seit vergangenen Freitag hat der Euro um fast zwei Cent aufgewertet. Beobachter nennen dafür sowohl Gründe diesseits wie jenseits des Atlantiks. In Europa scheinen sich Stimmung und Wirtschaftslage stetig zu verbessern. Am Dienstag stiegen die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland wie auch für die Eurozone auf den höchsten Stand seit Mitte 2015. Zudem bestätigte das Statistikamt Eurostat einen robusten Jahresauftakt für die 19 Euroländer.

Aus den USA kommt dagegen Sperrfeuer für den amerikanischen Dollar. Analysten nennen zum einen zunehmend schwache Konjunkturdaten, die auf dem wirtschaftlichen Ausblick für die USA und damit dem Dollar lasten. Hinzu kommen politische Unwägbarkeiten. "Kein Tag ohne neue Nachrichten, die daran zweifeln lassen, dass sich die US-Regierung noch hinreichend auf ihre Regierungsgeschäfte konzentrieren kann", kommentierte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. So gab es jüngst Medienberichte, wonach US-Präsident Donald Trump gegenüber dem russischen Aussenminister Sergei Lawrow Geheimdienstinformationen preisgegeben habe.

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(AWP)