Devisen: Euro steigt kurzfristig über Marke von 1,10 CHF

Der Eurokurs ist am Freitagabend zum ersten Mal seit dem Herbst 2016 kurzzeitig 1,10 CHF gestiegen, notiert aber seither wieder leicht unter dieser Marke. Die europäische Währung befindet sich derzeit nicht zur zum Franken sondern auch zum US-Dollar im Aufwärtstrend. Zum US-Dollar hat sich der Euro auch am Freitag über der Marke von 1,14 US-Dollar behauptet, im US-Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1405 Dollar und damit in etwa so viel wie zur Mittagszeit.
07.07.2017 21:36

Zum Franken notiert der Euro nach seinem Tageshöchst von 1,1001 CHF am späteren Abend noch bei 1,0993 CHF. Die Einheitswährung hat zuletzt von den wachsenden Spekulationen auf eine geldpolitische Wende durch die Europäische Zentralbank (EZB) profitiert. Das veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Sitzung hatte entsprechende Hinweise geliefert. Währenddessen hat der US-Dollar zum Franken am Abend mit 0,9638 CHF (Nachmittag 0,9650) etwas nachgegeben.

Die meisten Beobachter glauben derweil nicht an einen deutlichen weiteren Anstieg des Euro zum Franken. Robuste Schweizer Wirtschaftsdaten und eine geringe Zinsdifferenz begrenzten das Aufwärtspotenzial für den EUR/CHF-Kurs, heisst es etwa bei der Credit Suisse. Und die Raiffeisen-Ökonomen sehen keinen EUR/CHF-Kurs deutlich über 1,11. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) würde wohl eine deutlichere Frankenschwäche zur Reduktion der Bilanz mittels Devisenverkäufen nutzen, glauben sie.

Immerhin nehme die gegenwärtige EUR/CHF-Aufwärtsbewegung zumindest den Druck von der SNB, den CHF aktiv schwächen zu müssen, bemerken derweil die Devisenexperten der deutschen Commerzbank.

Am Freitag kamen vom US-Arbeitsmarktbericht gemischte Signale: Die Beschäftigungszahl legte im Juni mit 222 000 deutlich stärker zu als erwartet. Die Stundenlöhne sind hingegen schwächer als erwartet gestiegen. Erwartungen, dass die US-Währungshüter mit Blick auf Leitzinserhöhungen vorsichtiger agieren werden, dürften nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bestätigt werden.

Wirtschaftsdaten aus Europa waren dem Euro am Freitag keine weitere Stütze. Die Gemeinschaftswährung hatte am Vortag noch deutlichen Rückenwind von Spekulationen auf eine geldpolitische Wende durch die EZB erhalten. Das veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Sitzung hatte entsprechende Hinweise geliefert.

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(AWP)