Devisen: Euro steigt nach Aussagen von EZB-Rat Nowotny zu Dollar und Franken

Der Kurs des Euro ist am Freitag tendenziell gestiegen. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1913 USD. Nach Aussagen von EZB-Rat Ewald Nowotny hatte sie zwischenzeitlich bei 1,1930 USD das bisherige Tageshoch erreicht. Am Vorabend notierte der Kurs bei 1,1900 USD.
01.09.2017 13:23

Nowotny hatte im Rahmen eines Diskussionsforums im österreichischen Alpbach gesagt, dass es keinen Grund gebe, die zuletzt starken Kursgewinne des Euro "zu dramatisieren". Zuletzt gab es am Markt Spekulationen, dass die Notenbanker der EZB mit einer verbalen Intervention der Eurostärke entgegen wirken könnten. Aus dem jüngsten Protokoll der EZB-Zinssitzung geht hervor, dass es im geldpolitischen Rat Bedenken gegen den starken Euro gibt.

Am Devisenmarkt warten die Anleger ausserdem auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, der am Nachmittag veröffentlicht wird. Sollten die Arbeitsmarktdaten aus den USA robust ausfallen, rechnet Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit Kursverlusten beim Euro. Im Verlauf der Woche war der Euro noch zeitweise über die Marke von 1,20 USD gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015.

Zum Schweizer Franken erreichte der Euro am Mittag ein Tageshoch bei 1,1443 CHF, gab dann aber wieder etwas nach auf zuletzt 1,1430 CHF. Der Dollar-Franken-Kurs notiert derzeit bei 0,9595 CHF in etwa auf dem Niveau vom Vorabend. Zwischenzeitlich ging es bis auf 0,9616 CHF hoch.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sieht mit Blick auf das Währungspaar Euro/Franken die Schweizer Nationalbank weiterhin gefangen in der EZB-Geldpolitik. Mit Blick auf den Dollar-Franken-Kurs meint die ZKB, dass die Unterschiedliche Geldpolitik derzeit für den Dollar spreche.

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(AWP)