Devisen: Euro steigt zu US-Dollar auf höchsten Stand seit einem Jahr

Der Euro ist am Mittwoch auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr gestiegen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1391 USD. Das war der höchste Stand seit dem Brexit-Votum vor rund zwölf Monaten. Zuletzt stand der Kurs bei 1,1377 USD nach 1,1365 um die Mittagszeit.
28.06.2017 17:03

Seit Dienstagmorgen hat der Euro zum Dollar damit fast zwei Cent an Wert gewonnen. Auslöser waren Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die auf eine weniger lockere Geldpolitik schliessen lassen. Draghi gab sich am Dienstag zuversichtlich für das Wirtschaftswachstum im Euroraum und - wenn auch in geringerem Ausmass - für die Inflationsentwicklung. "Die Äusserungen Draghis waren ein sehr eleganter Weg, den geldpolitischen Exit in Aussicht zu stellen", sagte Andrew Bosomworth, Investmentchef für Deutschland beim Vermögensverwalter Pimco, am Mittwoch.

Für Aufregung sorgte am Mittwochnachmittag jedoch eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach wurden Draghis Äusserungen aus Sicht der EZB missverstanden. Die scharfen Marktreaktionen wären demzufolge übertrieben gewesen. Der Euro reagierte zunächst mit deutlichen Verlusten auf die Meldung, erholte sich jedoch bis zum späten Nachmittag wieder. Wenige Stunden zuvor hatte Joachim Fels, ehemals Chefvolkswirt bei Morgan Stanley und derzeit Berater bei Pimco, vor der Gefahr geldpolitischer Fehler gewarnt. Die heftige Marktreaktion auf Draghis Worte zeige, wie vorsichtig die EZB ihren Kurswechsel durchführen müsse.

Der Dollar schwächte sich im Nachmittagsverlauf auch zum Schweizer Franken ab. Zuletzt stand der Kurs bei 0,9594 CHF nach 0,9604 am Mittag. Wenig Bewegung war in den letzten Stunden per Saldo beim Euro-Franken-Währungspaar zu sehen. Zuletzt wurde ein Euro zu 1,0913 CHF gehandelt.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1248,00 (1249,55) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35 512,00 (35 635,00) Euro.

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(AWP)