Devisen: Euro steigt zum Dollar auf höchsten Stand seit Juli - Franken legt zu

Der Euro hat am Donnerstag seine Kursgewinne ausgebaut und den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten erreicht. Am Nachmittag wurden für die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1777 Dollar gezahlt und damit so viel wie seit dem 9. Juli nicht mehr. Am Morgen hatte der Euro noch etwa einen Cent niedriger notiert. Derzeit kostet ein Euro noch 1,1746 Dollar.
20.09.2018 17:53

Gleichzeitig neigt der Schweizer Franken zur Stärke. Sowohl der Dollar als auch der Euro haben am Donnerstagnachmittag zum Franken an Wert eingebüsst. Dabei rutschte der Euro zurück unter die davor eroberte Marke von 1,13 Franken und liegt aktuell bei 1,1298 Franken. Der US-Dollar fiel zwischenzeitlich unter die Schwelle von 0,96 Franken und geht nun zu 0,9619 Franken um.

Am Morgen hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) wenig überraschend den von ihr in der Geldpolitik eingeschlagenen Weg bekräftigt. Sie hält an ihrer lockeren Geldpolitik mit Negativzinsen fest und schätzt den Franken nach wie vor als "hoch bewertet" ein. Sie signalisierte darüber hinaus wiederholt ihre Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren. Der Franken habe sich seit der letzten Lagebeurteilung spürbar aufgewertet und die Lage an den Devisenmärkten bleibe fragil, hielt die SNB fest.

Weltweit sprachen Marktbeobachter derweil von einer breitangelegten Dollar-Schwäche zu vielen anderen Währungen, wovon auch der Euro profitiere. Die schwierigen Brexit-Gespräche, die derzeit auf einem informellen EU-Gipfel in Salzburg stattfinden, spielten am Markt kaum eine Rolle. Sowohl EU-Ratspräsident Donald Tusk als auch die britische Premierministerin Theresa May forderten die jeweils andere Seite auf, sie müsse sich bei den Brexit-Verhandlungen bewegen.

EU-Ratspräsident Tusk hatte nach dem EU-Gipfel in Salzburg gesagt, dass ein Brexit ohne Abkommen weiterhin nicht ausgeschlossen werden kann. Trotz der schwierigen Brexit-Verhandlungen konnte auch das britische Pfund am Nachmittag zulegen. Hier überlagerten unerwartet starke Konjunkturdaten aus Grossbritannien die Sorge vor den Folgen eines möglicherweise ungeregelten Austritts des Königreichs aus der EU. Im August hatten britische Einzelhändler überraschend hohe Umsätze eingefahren.

Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1208,35 (1203,30) Dollar festgesetzt.

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(AWP)