Devisen: Euro tritt vor EZB-Entscheidungen auf der Stelle - Yen steigt

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat sich am Donnerstag vor den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum bewegt. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1011 US-Dollar und damit geringfügig weniger als am Morgen. Deutlich zulegen konnte dagegen der japanische Yen, nachdem Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda die Verwendung von Helikoptergeld abgelehnt hatte.
21.07.2016 13:50

Auch zum Franken zeigt sich der Euro wenig verändert und notiert auf 1,0869 CHF verglichen mit 1,0867 CHF am Morgen. Zeitgleich kostet ein US-Dollar 0,9872 CHF und damit leicht mehr als am Morgen als er zu 0,9851 CHF gehandelt wurde. Weiter über 1,30 hält sich das britische Pfund zum Franken. Dessen Wechselkurs war gestern über diese Marke geklettert, nachdem die Arbeitslosigkeit bis Ende Mai auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren gesunken war. Analysten zufolge dürfte sich die Situation auf dem britischen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten wegen dem Brexit-Votum jedoch wieder verschlechtern, schreibt die Luzerner Kantonalbank in einem Kommentar.

Der Handel zwischen Euro und Dollar verlief am Vormittag weitgehend ohne Impulse. Am Markt hiess es, die Anleger warteten auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Um 13.45 Uhr wird sie die Ergebnisse ihrer Zinssitzung verkünden. Grosse Schritte werden nicht erwartet. Allerdings könnte die Notenbank auf absehbare Knappheiten am Anleihemarkt reagieren und ihr Wertpapierkaufprogramm anpassen. In der anschliessenden Pressekonferenz von EZB-Chef Mario Draghi dürften die Folgen des Brexit-Votums und die Probleme der italienischen Banken grossen Raum einnehmen.

Deutlichen Auftrieb zu Euro und Dollar erhielt der japanische Yen. Japans Notenbankchef Kuroda lehnte in einem Radiointerview die Idee von Geldgeschenken durch die Zentralbank ab. Für sogenanntes Helikoptergeld gebe es weder eine Notwendigkeit noch eine Möglichkeit, sagte Kuroda dem britischen Radiosender der BBC. Derart eindeutig hatte sich Kuroda bisher nicht zu dem heiss diskutierten Thema geäussert. In den vergangenen Wochen gab es an den Märkten Spekulationen, die japanische Notenbank könnte als erste der grossen Notenbanken Helikoptergeld einsetzen.

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(AWP)