Devisen: Euro trotz Ifo-Rekord zu Dollar gesunken - Franken gibt nach

Der Euro ist am Montag trotz überraschend guter Stimmungsdaten aus Deutschland bisher gesunken. Am Mittag notiert die Gemeinschaftswährung auf 1,1179 USD und damit etwas unter dem Niveau vom Freitagabend. Der Schweizer Franken gab derweil etwas nach. Ein Euro kostet am Mittag 1,0880 nach 1,0854 CHF am Morgen und der US-Dollar avanciert auf 0,9732 von 0,9702 CHF.
26.06.2017 13:34

Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima erreichte überraschend erneut einen Höchststand seit der Deutschen Wiedervereinigung. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Der Euro profitierte dennoch nicht, sondern gab nach der Veröffentlichung sogar nach.

Zuvor hatte die am Wochenende beschlossene Bankenrettung in Italien den Euro kalt gelassen. Italiens Regierung gab am Sonntag bekannt, Milliardenbeträge für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto an das zweitgrösste italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo bereitzustellen. Die EU gab noch am Abend grünes Licht. Zuvor hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden relativ kleinen Banken aufgrund fauler Kredite keine Zukunftschancen hätten.

Italien gilt vielen Anlegern derzeit als grösster Wackelkandidat im Euroraum - noch vor Griechenland. Neben den Problemen im Bankensektor stehen dabei aber vor allem politische Risiken im Vordergrund.

Im weiteren Tagesverlauf stehen noch Zahlen zu den Auftragseingängen in den USA zur Veröffentlichung an. Ausserdem wird EZB-Chef Mario Draghi beim Abendempfang auf einer Konferenz der Notenbank im portugiesischen Sintra sprechen.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) geht mit Blick auf den Euro-Franken-Kurs kurzfristig von einer Seitwärtsbewegung aus und mittelfristig von einer Tendenz leicht nach oben. Dies, nachdem der Euro Ende April den Widerstand bei 1,08 CHF und damit die Linie des gleitenden Durchschnitts über 200 Tage überschritten hat. Auf Sicht von ein bis zwei Monaten rechnet die ZKB nun mit einem begrenzten Ausbau der Aufwärtsbewegung bis 1,10 CHF.

Den Dollar-Franken-Kurs sieht die ZKB mittelfristig dagegen leicht tiefer. Kurzfristig rechnen die ZKB-Experten zwar mit einer Fortsetzung der laufenden Erholung des Dollar bis 0,98 CHF, darauf aber mit einer Fortsetzung der mittelfristigen Abwärtsbewegung, wobei die bedeutenden Tiefststände um 0,955 CHF erneut getestet würden.

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(AWP)