Devisen: Euro über 1,19 US-Dollar - Notenbankeraussagen beflügeln das Pfund

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag im US-Handel deutlich über 1,19 US-Dollar gehalten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1942 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1963 (Donnerstag: 1,1885) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8359 (0,8414) Euro.
15.09.2017 21:09

Der Franken zeigt sich am Abend derweil zu den wichtigsten Währungen etwas fester. So notiert der Euro zum Franken mit 1,1453 CHF (Nachmittag 1,1488) inzwischen deutlich unter dem Tageshoch von 1,1502 CHF. Der US-Dollar schwächt sich zur Schweizer Währung weiter auf 0,9591 CHF (Nachmittag 0,9604) ab.

Belastet wurde der Dollar durch enttäuschende Zahlen zum US-Einzelhandel. Die Umsätze waren im August um 0,2 Prozent zum Vormonat gesunken. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Zudem gab es bei der US-Industrieproduktion im August einen starken Rückschlag. Allerdings waren die Zahlen durch den Hurrikan "Harvey" verzerrt worden. Durch die Folgen des tropischen Wirbelsturms waren an der Südküste der USA Teile der Ölindustrie und der chemischen Industrie zeitweise ausgefallen.

Das britische Pfund wurde durch Notenbankeraussagen beflügelt. Zum Dollar stieg die britische Währung auf den höchsten Stand seit Ende Juni 2016. Der Pfund-Kurs kletterte in der Spitze bis auf 1,3616 US-Dollar. Seit den Kursverlusten infolge des Brexit-Votums hatte das Pfund nicht mehr höher notiert. Vor der Brexit-Entscheidung Ende Juni 2016 hatte das Pfund allerdings noch über der Marke von 1,50 Dollar notiert. Auch zum Euro stieg die britische Währung deutlich.

Laut Gertjan Vlieghe, Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Bank of England, könnte in Grossbritannien eine Leitzinsanhebung in den nächsten Monaten notwendig werden. Ähnliche Aussagen sind zwar auch in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung zu finden. Die Aussagen sind aber bemerkenswert, da Vlieghe als geldpolitische Taube gilt. Er tendiert also im Zweifel zu einer eher lockeren Geldpolitik.

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(AWP)