Devisen: Euro und Franken und Druck - Dollar legt zu

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar zu Wochenbeginn angesichts gestiegener Chancen auf eine grosse Steuerreform in den USA nachgegeben. Am Montagmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1855 USD und damit einen halben Cent weniger als am Freitagabend. Gegenüber dem Schweizer Franken konnte der Euro allerdings zulegen und notiert am Mittag auf 1,1667 CHF.
04.12.2017 13:08

Gegenüber dem US-Dollar geriet der als sicherer Halfen geltende Franken ebenfalls unter Druck und gab rund 0,8% nach. Der Dollar-Franken-Kurs notiert damit am Mittag bei 0,9842 CHF. Auch der japanische Yen, welcher ebenfalls als Rückzugsort in ungewissen Zeiten gilt, gab zum Dollar rund 0,7% nach.

Auslöser für die Kursgewinne des Dollars war, dass der US-Senat am Wochenende die seit längerem geplante Steuerreform passieren liess. Bevor die Reform Gesetz werden kann, müssen aber die Pläne des Senats mit denen des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Die beiden Vorschläge weisen Unterschiede etwa in der Einkommensteuer auf.

An den Finanzmärkten profitierte der Dollar, weil die Verabschiedung im Senat als Teilerfolg der Regierung gewertet wurde. Die Steuerreform ist eines der grössten Wahlversprechen von US-Präsident Donald Trump. Die geplanten niedrigeren Steuersätze könnten das Wirtschaftswachstum anschieben und raschere Zinsanhebungen der US-Notenbank zufolge haben. Beides spricht für einen tendenziell höheren Dollarkurs.

Im Tagesverlauf werden Anleger am Devisenmarkt ein Treffen der britischen Premierministerin Theresa May und des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker im Blick behalten. Es soll eine Zwischenbilanz zu den Brexit-Gesprächen gezogen werden. Als grösster Knackpunkt gilt mittlerweile die Grenze zwischen Irland und Nordirland, die nach einem Austritt Grossbritanniens zur Aussengrenze der EU gehört. In der Eurozone wollen die Finanzminister über einen Nachfolger für den scheidenden Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem abstimmen.

ZKB SIEHT EURO-FRANKEN-KURS MITTELFRISTING WEITERHIN LEICHT HÖHER

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) prognostiziert für das Währungspaar Euro/Franken in ihrer charttechnischen Analyse weiterhin einen mittelfristigen Aufwärtstrend. Dies, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche zunächst leicht höher tendiert und dabei ein neues Jahreshoch um 1,17 CHF erreicht habe, dann aber wieder etwas unter Druck geraten sei, wie es heisst. Die Linie des gleitenden Durchschnitts über 200 Tag oberhalb von 1,12 CHF stelle weiterhin eine Unterstützung dar. Auf Sicht der nächsten Monate rechnet die ZKB nun mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung 1,185 CHF.

Auch für den Dollar-Franken-Kurs macht die ZKB aus charttechnischer Perspektive mittelfristig noch einen leichten Aufwärtstrend aus. In der letzten Woche habe der Kurs nach einer anfänglichen Erholung zum Ende allerdings wieder deutlich unter Druck gestanden und erneut im Bereich der Unterstützung bei 0,98 CHF notiert, welche vor rund einem Monat überschritten worden sei, so die ZKB-Experten. Die kurzfristigen Momentum-Indikatoren seien derweil neutral. Auf Sicht von ein bis zwei Wochen rechnet die ZKB dann jedoch mit einer Stabilisierung oberhalb der genannten Unterstützung und im Anschluss mit einem leicht höher tendierenden Kurs.

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(AWP)