Devisen: Euro und Pfund legen zu - Franken gibt zum Euro nach

Der Euro und das britische Pfund haben am Mittwoch spürbar zugelegt. Gegen Mittag kostete ein Euro 1,1018 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als im Tagestief. Noch am Dienstag war der Euro auf einen zweijährigen Tiefstand gefallen.
04.09.2019 12:42

Der Franken büsste einen Teil seiner jüngst erzielten Gewinne gegenüber dem Euro ein und notierte zuletzt mit 1,0851 Franken. Am Vortag hatte die Einheitswährung bei 1,0820 den tiefsten Stand seit Frühling 2017 markiert. Gegenüber dem Dollar gewann der Franken dagegen an Wert und kostete zuletzt 0,9849 Franken.

Auftrieb erhielt der Euro durch die höhere Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Der Dollar als Weltreservewährung war deshalb ebenso weniger gefragt wie der "sichere Hafen" japanischer Yen. Händler nannten vor allem zwei Entwicklungen als Grund. Zum einen habe die Rücknahme des Entwurfs zum umstrittenen Auslieferungsgesetz in Hongkong zu einer Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten beigetragen. Das Vorhaben gilt als Auslöser der Massenproteste in der Sonderverwaltungszone Chinas.

Zum anderen wurde auf die politische Entwicklung in Grossbritannien verwiesen, vor der auch das britische Pfund profitierte. Dem britischen Parlament war am Dienstagabend ein erster Schritt gelungen, um einen EU-Austritt ohne Anschlussvereinbarung Ende Oktober zu verhindern. Premierminister Boris Johnson drohte daraufhin mit Neuwahlen. Noch am Dienstag war das Pfund zum Dollar auf ein mehrjähriges Tief gefallen.

Unterstützung erhielt der Euro ausserdem durch Äusserungen der designierten EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Lagarde bekräftigte zwar ihre Haltung, dass die Geldpolitik im Euroraum locker bleiben müsse. Allerdings lenkte sie während einer Anhörung vor dem EU-Parlament den Blick auch auf negative Nebenwirkungen der seit Jahren extrem expansiven Ausrichtung der EZB. Lagarde soll Anfang November dem aktuellen EZB-Präsident Mario Draghi nachfolgen.

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(AWP)