Devisen: Euro und Pfund steigen zu Dollar und Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro und das britische Pfund haben am Tag der EU-Abstimmung in Grossbritannien deutlich zugelegt. Am Markt wurde dies mit einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines Verbleibs des Königreichs in der Europäischen Union begründet. Darauf deuteten neue Wahlumfragen und Wettquoten von Buchmachern hin.
23.06.2016 13:47

Ein Euro kostete am Donnerstagmittag bis zu 1,1421 US-Dollar und damit etwa einen Cent mehr als im Tagestief. Aktuell notiert er bei 1,1390 US-Dollar wieder etwas tiefer. Das britische Pfund stieg bis auf 1,4947 Dollar und damit auf den höchsten Stand in diesem Jahr.

Zum Franken stieg der Euro am Mittag kurzzeitig wieder über die Marke von 1,09, geht aktuell aber etwas tiefer zu 1,0879 CHF um. Ähnlich das Bild beim Pfund: Nachdem es gegenüber dem Franken am Mittag zunächst auf ein Tageshoch bei 1,4288 geklettert war, steht es mit 1,4225 CHF aktuell wieder etwas tiefer. Ein US-Dollar kostet am Donnerstagmittag 0,9553 CHF und damit etwas weniger als noch am Morgen.

Laut Buchmachern liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Grossbritannien in der EU bleibt, aktuell bei rund 80%. Entsprechend seien die Märkte im "risk-on"-Modus, erklärt Marktanalyst Andreas Ruhlmann. Überraschend sei aber, wie gut sich der Franken in diesem Umfeld gegenüber Euro und Dollar halte.

An den Devisenmärkten legten jene Währungen, die grundsätzlich von einer höheren Risikoneigung profitieren, ebenfalls deutlich zu. Dazu zählten der australische und der neuseeländische Dollar. Der amerikanische Dollar als Weltreservewährung und der japanische Yen, der als sicherer Anlagehafen gilt, gaben dagegen auf breiter Front deutlich nach.

In diesem vom Brexit-Referendum dominierten Marktumfeld wurden Konjunkturdaten aus dem Euroraum allenfalls zur Kenntnis genommen, sie sorgten aber nicht für nachhaltige Kursbewegungen. Im Euroraum trübte sich die Unternehmensstimmung, gemessen an den Markit-Einkaufsmanagerindizes, spürbar ein. Vor allem die Umfragewerte aus Frankreich enttäuschten. Analysten führten dies auch auf die Streiks und Proteste infolge der Arbeitsmarktreform der Regierung zurück.

Im Nachmittagshandel werden in den USA unter anderem die wöchentlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt erwartet. Es wird mit einer anhaltend robusten Entwicklung gerechnet. Veröffentlicht werden auch Daten vom Immobilienmarkt.

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(AWP)