Devisen: Euro unter 1,10 Dollar und unterhalb von 1,08 Franken

FRANKFURT (awp international) - Kurzfristige Gewinne des Euro nach dem Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen haben sich als nicht nachhaltig gezeigt. Nachdem der Zuwachs gegenüber dem US-Dollar von bis zu 2,5% am Mittwoch bereits im weiteren Tagesverlauf mehr als ausgeglichen worden war, bleibt der Euro auch am Donnerstag unter dem Niveau von vor den Wahlen. Aktuell kostet ein Euro 1,0928 US-Dollar. Vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses in den USA hatte die Gemeinschaftswährung noch über 1,10 Dollar notiert.
10.11.2016 08:39

"Die Märkte haben den ersten Trump-Schock gut verdaut", schreibt Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Das zeige sich auch bei anderen Währungen. Der japanische Yen und der Schweizer Franken, die nach dem Trump-Triumph als "sichere Häfen" zunächst deutlich zugelegt hatten, sind inzwischen im Verhältnis zum Dollar sogar etwas schwächer als vor den Wahlen.

So notiert der Euro zum Franken mit 1,0756 CHF in etwa auf dem Niveau vom Vortag, allerdings niedriger als noch vor den Wahlen. Der US-Dollar steht gegenüber dem Franken Donnerstagmorgen bei 0,9843 und damit klar fester als vor den US-Präsidentschaftswahlen.

Andererseits haben sich Währungen wie der mexikanische Peso, der südkoreanische Won und die türkische Lira, die nach dem Trump-Sieg stark unter Druck geraten waren, inzwischen wieder etwas erholt. Insbesondere der Peso bleibt aber dennoch weiter deutlich geschwächt. Die mexikanische Währung hatte am Vortag zwischenzeitlich über 13% an Wert verloren und war auf ein Rekordtief gefallen. Auch am Donnerstagmorgen blieb der Peso noch um 8 Prozent unter dem Niveau vor Bekanntgabe des Wahlsiegs Trumps. "Für Mexiko sind die Gefahren - Stichworte 'Mauer' und 'Gastarbeiter' - hinreichend greifbar, sodass der Devisenmarkt dieses Risiko einpreist", schreibt Experte Karpowitz.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es in der Nacht auf Donnerstag beim neuseeländischen Dollar. Der "Kiwi" geriet unter Druck, nachdem die neuseeländische Notenbank ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 1,75 Prozent gesenkt hatte.

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(AWP)