Devisen: Euro unter 1,11 Dollar - Währungen Schwedens und Südafrikas unter Druck

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs ist am Dienstag unter 1,11 US-Dollar gefallen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung noch 1,1060 Dollar und damit rund ein Cent weniger als am Montag. Die amerikanische Währung legte dagegen auf breiter Front zu. Besonders starke Bewegung gab es am Devisenmarkt beim südafrikanischen Rand und bei der schwedischen Krone.
11.10.2016 17:02

Der Franken büsste zum US-Dollar ebenfalls an Terrain ein und notierte am späten Nachmittag mit 0,9882 rund 20 Stellen schwächer als am am Mittag (0,9863). EUR/CHF sank derweil auf 1,0927 von 1,0947.

Nach dem zweiten TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump erscheine ein Wahlsieg Trumps vielen Anlegern als unwahrscheinlicher, wodurch der US-Dollar Auftrieb bekommen habe, schrieb Thu Lan Nguyen, Expertin bei der Commerzbank. Dies habe im Gegenzug den Eurokurs geschwächt. Hinzu kamen laut Händlern zuletzt deutlich gestiegene Ölpreise. Diese hätten die Inflationserwartungen beflügelt und damit die Wahrscheinlichkeit baldiger Leitzinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed erhöht.

Überraschend gute Wirtschaftsdaten aus Deutschland konnten in diesem Umfeld den Eurokurs nicht stärken. Die vom Mannheimer ZEW-Institut erhobenen Konjunkturerwartungen waren im Oktober deutlicher gestiegen als erwartet. Zudem hatte sich die Lagebeurteilung der befragten Finanzexperten aufgehellt. Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr besser schlagen könnte als von vielen Ökonomen erwartet. Darauf hatten zuletzt auch einige "harte" Konjunkturzahlen hingedeutet.

Der südafrikanische Rand gab zum Dollar um 3,5 Prozent nach. Auslöser der Verluste waren Berichte, wonach Südafrikas Finanzminister Pravin Gordhan wegen Betrugs belangt werden soll. Gordhan verteidigte sich. Der Fall, in dem es unter anderem um die Einrichtung einer steuerlichen Ermittlungsbehörde geht, sei politisch motiviert. In Schweden brachten unerwartet schwache Inflationszahlen die Krone unter Druck. Eine schwache Teuerungsrate gibt der Schwedischen Reichsbank tendenziell Spielraum für weitere geldpolitische Lockerungen. Der Kurs der Krone fiel auf den niedrigsten Stand seit August 2015.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90233 (0,90070) GBP und 114,90 (115,39) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'253,45 (1'259,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35'730,00 (35'720,00) Euro./tos/jsl/he

(AWP)