Devisen: Euro unter Druck - Brexit-Votum sorgt für pessimistische Signale

FRANKFURT (awp international) - Schlechte Signale aus der Wirtschaft der Eurozone und ein auf breiter Front starker US-Dollar haben den Euro am Dienstag unter Druck gesetzt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1013 USD und damit gut einen halben Cent weniger als am Vorabend.
19.07.2016 17:00

Auch zum Schweizer Franken gab der Euro nach und kostet derzeit noch 1,0849 CHF nach Kursen von beinah 1,0890 CHF zu Beginn des europäischen Handels. Die Gemeinschaftswährung hat sich am Berichtstag insbesondere im Verlauf des Nachmittags nochmals abgewertet. Demgegenüber gewann der Dollar zum Franken an Wert: Aktuell kostet ein Dollar 0,9852 CHF.

Wirtschaftsdaten für Deutschland und die Eurozone fielen enttäuschend aus. Die vom ZEW-Institut erhobenen Konjunkturerwartungen gingen im Juli stark zurück. Als Grund nannte ZEW-Präsident Achim Wambach das Brexit-Votum. Bankanalysten relativierten allerdings die Aussagekraft des Indikators für das Wirtschaftswachstum. Bedeutsamer hierfür dürften demnach die Einkaufsmanagerindizes und das Ifo-Geschäftsklima sein, die Ende dieser und Anfang nächster Woche veröffentlicht werden.

Ebenfalls wegen des Brexit-Votums haben sich zudem die Konjunkturerwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verschlechtert. Dies gilt für das weltweite Wachstum insgesamt, vor allem aber mit Blick auf Grossbritannien und die Eurozone. Im Euroraum dürfte das Wirtschaftswachstum laut IWF im kommenden Jahr bei 1,4% liegen und damit 0,2 Prozentpunkte geringer als bislang angenommen. Der Brexit habe ökonomische, politische und institutionelle Unsicherheiten erheblich erhöht, so der Währungsfonds.

Für Druck auf den Euro sorgte ausserdem ein auf breiter Front starker Dollar. Die US-Währung legte im Verhältnis zu allen wichtigen Währungen zu. Aus den USA kamen positive Signale vom Immobilienmarkt. Im Juni wurden deutlich mehr Neubauten begonnen als erwartet, und die Zahl der Baugenehmigungen legte überraschend stark zu.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'330,90 (1'334,70) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38'060,00 (37'950,00) Euro.

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(AWP)