Devisen: Euro verkraftet Pfund-Absturz - Behauptet zu Dollar und Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Mittwoch im frühen Handel gegenüber dem US-Dollar leicht zugelegt. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,0907 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Am Dienstag hatte ein Absturz beim britischen Pfund die Gemeinschaftswährung nur zwischenzeitlich deutlich geschwächt und auf den tiefsten Stand seit März gedrückt. Insgesamt bleibt der Euro aber wegen einer anhaltenden Dollar-Stärke auf schwachem Niveau.
26.10.2016 08:49

Zum Franken präsentiert sich der Euro bei einem Stand von 1,0831 CHF nahezu unverändert gegenüber seinem Kurs vom Vorabend. Der US-Dollar kostet aktuell 0,9930 CHF und damit etwas weniger als am Dienstagabend.

Experten führen die derzeitige Euro-Schwäche vor allem auf einen Höhenflug beim Dollar zurück. Neben den besseren Aussichten für einen Wahlerfolg Clintons im Rennen um das Weisse Haus habe auch die Spekulation auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed den Dollarkurs gestützt.

Am Vortag hatte ein kurzzeitiger Absturz beim britischen Pfund den Euro zusätzlich mit nach unten auf den tiefsten Stand seit März bei 1,0851 Dollar gerissen. Im Anschluss glich der Euro die Verluste aber schnell wieder aus. Das Pfund hatte binnen kurzer Zeit auf breiter Front deutlich nachgegeben und im Verhältnis zum US-Dollar über ein Prozent an Wert verloren. Händler begründeten den Kursrutsch mit Aussagen des britischen Schatzkanzlers. Demnach werde die Regierung einem erneuten Kauf von Anleihen durch die Bank of England (BoE) bei einer entsprechenden Anfrage zustimmen. Schon vor knapp drei Wochen hatte es beim Pfund einen kräftigen, unerwarteten Kursrutsch gegeben.

Nach dem Absturz am Dienstag wirkten jedoch Aussagen des BoE-Chefs beruhigend. Mark Carney sagte, er wolle die jüngsten Wechselkursverluste beim Pfund bei seiner Geldpolitik berücksichtigen. Ausserdem machte er deutlich, dass die Notenbank ein Überschiessen des Inflationsziels von zwei Prozent nur in einem gewissen Rahmen tolerieren werden. Beide Aussagen sprechen tendenziell gegen einen sehr lockeren geldpolitischen Kurs. Das Pfund erholte sich daher deutlich, kehrte allerdings nicht mehr auf ihr Ausgangsniveau vor dem Absturz zurück.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es am Mittwoch beim australischen Dollar. Die Währung legte um 0,8 Prozent zu, nachdem unerwartet hohe Inflationszahlen veröffentlicht worden waren. Zinssenkungsspekulationen hätten dadurch einen "ordentlichen Dämpfer" erhalten, schreibt Thu Lan Nguyen, Expertin bei der Commerzbank.

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(AWP)