Devisen: Euro verliert zum Dollar nach Fischer-Rede - Fester zum Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Montag in Reaktion auf eine Rede des Vizechefs der US-Notenbank Fed, Stanley Fischer, nachgegeben. Mit 1,1293 US-Dollar notiert aber immer noch über dem Stand im frühen Handel. Zum Franken tendiert der Euro am Mittag wieder fester, nachdem er nach einem Ausflug in Richtung 1,09 Terrain eingebüsst hatte. Aktuell kostet ein Euro 1,0881 CHF verglichen mit 1,0875 CHF am Morgen. Der US-Dollar wird zeitgeleich zu 0,9634 CHF nach 0,9639 CHF gehandelt.
22.08.2016 13:05

Fed-Vize Fischer hatte am Sonntag gesagt, die Notenbank habe ihre Ziele fast erreicht. Am Devisenmarkt wurden die Aussagen als Hinweis auf eine Fortsetzung der Ende 2015 begonnenen Zinswende noch in diesem Jahr gedeutet. Zu einem möglichen Zeitpunkt äusserte sich Fischer jedoch nicht.

Ulrich Leuchtmann, Experte bei der Commerzbank, hält die an den Märkten vorherrschende Interpretation der Fischer-Rede aber für verfehlt. Bei Fischers Formulierung, man sei "nah an unseren Zielen" habe es sich lediglich um eine einleitende Bemerkung gehandelt, auf die lange Ausführungen über Probleme der US-Wirtschaft folgten. "Man kann Fischers Rede also auch als Argument lesen, warum die Fed trotz scheinbarer Zielerreichung ihren Leitzins eben nicht erhöht", so Leuchtmann.

Alles in allem würden sie eine Zinserhöhung durch die Fed im September immer noch für recht unwahrscheinlich halten, schreibt die Experten der Credit Suisse. Sie würden eher von einer Zinserhöhung im Dezember ausgehen. Sie würden auf die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen beim Jackson-Hole-Treffen (das am Donnerstag, 25. August, beginnt) warten, um Hinweise zu bekommen, wie sich diese Themen auf den geldpolitischen Entscheid der Fed auswirken werde. Dies insbesondere im Hinblick auf die geldpolitische Sitzung im September. Allerdings würden sie nicht davon ausgehen, eindeutige Hinweise zu erhalten.

tos/jkr/das/mk

(AWP)