Devisen: Euro vor Fed-Entscheid kaum verändert über 1,10 US-Dollar

Der Euro hat sich am Mittwochvormittag über der Marke von 1,10 US-Dollar gehalten. Zuletzt kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1058 Dollar und damit kaum weniger als am Vorabend.
18.09.2019 10:45

Der Schweizer Franken hat sich derweil auf seinem abgeschwächten Niveau von knapp unter 1,10 zum Euro etabliert. Über Nacht hatte das EUR/CHF-Währungspaar diese Grenze gar einmal kurz überschritten - dies war davor zuletzt Anfang August der Fall gewesen.

Wichtig ist die Entwicklung des Euro zum Franken insbesondere mit Blick auf die geldpolitische Lagebeurteilung der SNB vom (morgigen) Donnerstag. Ob die SNB mit einer weiteren Senkung der bereits stark negativen Zinsen der EZB nachfolgen solle oder nicht, bleibt umstritten. Zuletzt tendierte eine Mehrheit der Kommentatoren zur Annahme, dass die SNB mit den Zinsen still halten wird.

Aktuell wird der Euro zu 1,0996 gehandelt, es ist in etwa das selbe Niveau wie schon am Morgen und am Vorabend. Der US-Dollar hat sich auf 0,9947 von zuletzt 0,9935 ebenfalls verteuert.

Zur Wochenmitte blickt die Finanzwelt in Richtung Washington. Dort entscheidet am Abend (MESZ) die amerikanische Notenbank Fed über ihren geldpolitischen Kurs. Fachleute rechnen mit der zweiten Zinssenkung in diesem Jahr. Ende Juli hatte die Zentralbank ihren Leitzins erstmals seit mehr als zehn Jahren reduziert und damit auf die zahlreichen wirtschaftlichen Risiken wie Handelsstreitigkeiten oder Brexit reagiert. Gerechnet wird mit einer Reduzierung um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 bis 2,0 Prozent. Derzeit liegt der Fed-Leitzins in einer Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent.

Die Auswirkungen auf die Währungsentwicklung dürften überschaubar sein. "Wir sehen das Aufwärtspotential für Euro-US-Dollar in der kurzen Frist weiter als begrenzt an. Denn eine Reduktion heute Abend ist zumindest weitgehend am Fed Funds-Futures Markt eingepreist", merkte Volkswirt Stefan Kipar von der BayernLB in einem Kommentar an.

Begleitet wird die Zinssitzung von vehementen Forderungen des US-Präsidenten Donald Trump nach starken Zinssenkungen. Unlängst hatte Trump sogar Reduzierungen auf oder unter die Nullmarke gefordert. Das Ansehen der US-Notenbank im Weissen Haus wird eine erneute kleine Zinssenkung daher wohl nicht sonderlich heben. Analyst Ralf Umlauf von der Helaba geht davon aus, "dass der twitternde Präsident weiterhin unzufrieden ist mit den 'Dummköpfen' rund um Fed-Chef Powell."

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(AWP)