Devisen: Euro vor Powell-Rede zum Dollar unter Druck - etwas höher zum Franken

Der Euro hat am Freitag vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt des US-Notenbankchefs Jerome Powell zum US-Dollar nachgegeben. Mittags kostet die Gemeinschaftswährung 1,1052 Dollar und damit so wenig wie zuletzt Anfang August. Gegenüber dem Schweizer Franken konnte der Euro dagegen leicht zulegen und notiert mit 1,0916 wieder über 1,09 Franken. Entsprechend stieg auch der Dollar zum Franken: der Kurs liegt bei 0,9877 Franken.
23.08.2019 13:07

Der Vormittagshandel verlief weitgehend impulslos. Das könnte sich am Nachmittag ändern: Anleger und Analysten warten gespannt auf eine Rede von Fed-Chef Powell. Er wird die alljährliche Notenbankkonferenz in Jackson Hole eröffnen. Erwartet wird, dass Powell Hinweise auf die künftige Geldpolitik gibt. "Powell dürfte sich alle Optionen offen halten und konjunkturelle Risiken und die gesunkenen Inflationserwartungen thematisieren", sagte Experte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Laut Wortberg sind an den Finanzmärkten bis Ende des Jahres fast drei Zinssenkungen eingepreist. Daher sei die Wahrscheinlichkeit einer Überraschung am Devisenmarkt nicht besonders gross, soweit Powell weitere Zinssenkungen andeutet. Sollte es jedoch anders kommen, dürfte der US-Dollar gestärkt werden.

Vor Powells Auftritt wurden die Erwartungen jedoch gedämpft. Seit Donnerstag haben sich gleich mehrere hochrangige Fed-Vertreter gegen baldige Zinssenkungen ausgesprochen. US-Präsident Donald Trump dürfte darüber wenig erfreut sein, er fordert beinahe täglich starke Zinssenkungen von der Fed. Fachleute sehen darin eine Gefahr für die Unabhängigkeit der Zentralbank. Vier ehemalige Notenbankchefs hatten sich vor einigen Wochen in einer gemeinsamen Erklärung gegen politische Einflussnahme ausgesprochen.

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(AWP)