Devisen: Euro weiter stark - Zum Franken ebenfalls im Plus

Der Kurs des Euro ist am Freitag weiter gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung lag am Mittag bei 1,2066 US-Dollar. Zuvor hatte sie bei 1,2092 Dollar den höchsten Stand seit Januar 2015 erreicht. EZB-Präsident Mario Draghi äusserte sich am Donnerstag zwar kritisch zur Euro-Stärke. Gleichzeitig sorgte er aber mit Signalen für einen baldigen Ausstiegsplan zum Wertpapierkaufprogramm für Auftrieb beim Euro.
08.09.2017 12:58

Zum Franken legte der Euro ebenfalls zu und kletterte wieder über die Marke von 1,14 CHF. Am Freitag-Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1412 CHF. Auch der US-Dollar verbuchte gegenüber dem Franken leichte Gewinne im Vergleich zum Morgenhandel. Er geht am Mittag bei 0,9458 CHF um.

Die Notenbank EZB liess zwar sowohl ihre Leitzinsen als auch ihre Planung zum billionenschweren Wertpapierkaufprogramm unverändert. Draghi kündigte aber zugleich voraussichtlich für Oktober Entscheidungen zum weiteren Vorgehen bei den Wertpapierkäufen an. Ökonomen rechnen wegen der robusten wirtschaftlichen Entwicklungen, vor allem aber auch wegen einer zunehmenden Verknappung der verfügbaren Wertpapiere fast einhellig mit einer schrittweisen Reduktion der Käufe ab dem kommenden Jahr.

Experten verwiesen mit Blick auf den Eurokurs aber auch auf die anhaltende Dollar-Schwäche wegen politischer Turbulenzen in den USA. Zuletzt gab es zudem von der US-Notenbank Fed zögerliche Signale hinsichtlich künftiger Zinsanhebungen und aktuell sorgt die Furcht vor den möglichen hohen wirtschaftlichen Folgen des Hurrikans "Irma", der auf Florida zurast, für weitere Verluste beim Dollar.

Draghi äusserte sich am Donnerstag neben einem Verweis auf die nach wie vor eher schwache Inflation auch kritisch zu den jüngsten Kursbewegungen beim Euro und sprach von einer "Quelle der Unsicherheit". Er habe damit deutlich gemacht dass die EZB kein Interesse an einer weiteren Aufwertung des Euro habe, sagt Jan Holthusen, Experte bei der DZ Bank. Einen Euro-Anstieg konnte Draghi mit seinen Worten zwar nicht verhindern, womöglich aber eingrenzen.

tos/bgf/oca/yl/ra

(AWP)