Devisen: Euro weiter unter Druck - Flashcrash beim Pfund

FRANKFURT (awp international) - Der Euro stand am Freitag weiter stark unter Druck und ist gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten gefallen. Am Morgen fiel die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,1110 USD und lag zuletzt bei 1,1122 USD.
07.10.2016 08:35

Gegenüber dem Schweizer Franken schwächte sich der Euro im Vergleich zum Donnerstagabend auf 1,0923 (1,0935) CHF ab. Der US-Dollar wird aktuell zu 0,9820 nach 0,9809 CHF gehandelt.

Für Druck auf den Euro sorgte ein auf breiter Front starker Dollar. Die US-Währung legte zu fast allen anderen wichtigen Währungen zu. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im Dezember durch die US-Notenbank Fed ist nach Einschätzung der Finanzmärkte zuletzt gestiegen. Eine Reihe von US-Konjunkturdaten haben diese Woche positiv überrascht und den Euro dadurch unter Druck gesetzt. "Ob das heute so weitergeht, hängt natürlich hauptsächlich vom US-Arbeitsmarktbericht ab", schreibt Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Die Veröffentlichung des offiziellen Berichts steht am Nachmittag an.

Eine überraschend stark gestiegene Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands konnte dem Euro nur etwas Auftrieb geben und somit für eine kleine Gegenbewegung sorgen. Im August lag die Produktion laut Statistischem Bundesamt um 2,5% über dem Niveau vom Juli. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Anstieg um 1,0% gerechnet. Im Laufe des Vormittags werden noch Zahlen zur Industrieproduktion in Frankreich, Spanien und Grossbritannien veröffentlicht.

Heftige Bewegung am Devisenmarkt gab es beim britischen Pfund. In der Nacht zum Freitag stürzte die Währung im Verhältnis zum US-Dollar binnen Minuten um über sechs Prozent auf ein neues 31-Jahres-Tief ab. Es handelte sich um den stärksten Einbruch seit dem Brexit-Votum. Händler machen für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich. Im Anschluss erholte sich die Währung schnell wieder, blieb aber weiter gut ein Prozent unter dem Niveau vor dem Absturz.

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(AWP)