Devisen: Euro weiter zum Dollar unter Druck - Pendelt um 1,15 Franken

Der Euro ist am Dienstag gegenüber dem US-Dollar weiter gesunken. Marktbeobachter sprechen von einer allgemeinen Dollar-Stärke, die den Euro im Gegenzug belastet. Im Mittagshandel fiel die europäische Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1754 US-Dollar, von dem aus sie sich auf zuletzt 1,1766 Dollar wieder etwas nach oben abgesetzt hat. Zum Franken pendelt der Euro in einer engen Spanne um die 1,15er Marke und steht aktuell bei 1,1496 CHF knapp darunter. Derweil hält sich das USD/CHF-Währungspaar bei 0,9770 vergleichsweise stabil. Im bisherigen Tageshoch hatte es sich bis knapp an die 0,98er Marke vorgearbeitet.
17.10.2017 12:46

Am Devisenmarkt steht die Geldpolitik in den USA im Fokus. Auf der Suche nach einer neuen Führungsspitze für die US-Notenbank Fed hatte sich Präsident Donald Trump laut Medienberichten zuletzt mit dem renommierten Ökonom John Taylor von der Universität Stanford getroffen. Taylor wird zu den geldpolitischen "Falken" gezählt, also zu denjenigen Ökonomen, die sich für eine eher straffe Geldpolitik mit steigenden Zinsen aussprechen. Generell beflügelt die Aussicht auf weiter steigende Zinsen den Dollar und belastet im Gegenzug den Euro.

Trump soll bei dem Treffen von Taylor beeindruckt gewesen sein. Der US-Ökonom hat sich einen Namen durch die sogenannte "Taylor-Regel" gemacht, die als die wohl bekannteste geldpolitische Regel gilt. Demnach kann der Leitzins durch eine vergleichsweise einfache Berechnung bestimmt werden. Bei einer konsequenten Anwendung der Taylor-Regel wäre der Leitzins in den USA deutlich höher als die aktuelle Spanne von 1,00 bis 1,25 Prozent.

Weiterhin im Rennen für den Spitzenposten bei der Fed ist wohl auch noch Amtsinhaberin Janet Yellen. Trump will sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag mit ihr treffen. Allerdings hat Yellen offenbar kaum Anhänger im Umfeld von Trump. Dieser hatte Yellen im Wahlkampf immer wieder kritisiert. Nach seiner Amtseinführung hatte er sich aber positiver über sie geäussert. Ihre derzeitige Amtszeit läuft im Februar 2018 aus.

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(AWP)