Devisen: Euro weitet Gewinne zum Dollar aus - stärker zum Franken

Der Euro hat am Freitag seine Kursgewinne gegenüber dem US-Dollar ausgeweitet. Am frühen Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1865 Dollar. In der Nacht lag der Kurs nur knapp über der Marke von 1,18 Dollar. Zum Schweizer Franken notiert der Euro mit 1,0783 leicht höher. Ein Dollar kostet 0,9092 Franken.
11.09.2020 13:26

Trotz der Gewinne zum Dollar bleibt der Euro aber noch unter seinen Höchstständen vom Donnerstag, als kurzzeitig die Marke von 1,19 Dollar überschritten wurde. Auslöser des deutlichen Anstiegs war die Debatte, ob der zuletzt stärkere Euro der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise schade. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte das Thema nach der Zinssitzung der Notenbank zwar angesprochen, auf eine starke verbale Intervention jedoch verzichtet.

Am Freitag warnt nun allerdings Philip Lane, Chefökonom der EZB, vor den Folgen eines starken Euro für Wachstum und Inflation. Die wirtschaftliche Erholung und die Preisentwicklung seien durch den zuletzt aufwertenden Euro "deutlich gedämpft" worden, so der Ire in einem Beitrag auf der Internetseite der EZB. "Es sollte klar sein, dass es keinen Grund für Selbstzufriedenheit gibt." Die EZB stehe bereit, all ihre Instrumente falls nötig einzusetzen. Der Euro wurde durch die Aussagen aber nicht nachhaltig belastet.

Ein Freifahrtschein für weitere ausgeprägte Euro-Stärke sei die gestrige Sitzung aber nicht gewesen, heisst es in einem Kommentar der Commerzbank. Analystin You-Na Park-Heger schreibt: "Immerhin fand der Wechselkurs erstmals seit 2018 wieder Erwähnung im Eingangsstatement der EZB."

Am Nachmittag stehen Inflationszahlen aus den USA im Mittelpunkt. Die US-Notenbank Fed hatte unlängst ihr Inflationsziel geändert. Sie strebt jetzt nicht mehr ein Punktziel, sondern eine durchschnittliche Teuerung über einen längeren Zeitraum an. Im Ergebnis könnte dies zu einer noch lockereren Geldpolitik führen.

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(AWP)

 
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