Devisen: Euro wenig bewegt zum Dollar - Franken etwas stärker

Der Euro hat sich am Montag zum US-Dollar nur wenig bewegt. Im Mittagshandel wird die Gemeinschaftswährung mit 1,0976 US-Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem gleichen Niveau wie am Morgen.
07.10.2019 12:51

Zum Franken steht der Euro mit aktuell 1,0913 Franken wieder oberhalb der 1,09er Marke, unter die er im Laufe des Vormittags kurzzeitig gefallen war. Wie es in einem aktuellen Kommentar der ING heisst, dürfte der Kampf zwischen den Marktkräften und der SNB noch weitergehen.

So dürfte der Franken angesichts der expansiven Politik der EZB und einer anhaltenden Risikoscheue weiterhin als sicherer Hafen begehrt sein. Die SNB dürfte sich dem mit Devisenmarktinterventionen entgegenstellen. Der US-Dollar ist am Montagmittag auch wieder etwas leichter bei 0,9942 Franken.

Schwache Industriedaten aus Deutschland, der grössten Volkswirtschaft der Eurozone, belasten den Eurokurs. Die Auftragseingänge sind im August stärker als erwartet gefallen. "Die deutsche Volkswirtschaft ist inmitten einer Rezession", kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Da die Auftragseingänge die Industrieproduktion für die kommenden Monate vorgeben, gibt es vorerst also wenig Hoffnung auf Besserung."

Zudem hat sich die Anlegerstimmung in der Eurozone im Oktober stärker als erwartet verschlechtert. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator fiel auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013.

Etwas unter Druck geraten ist zudem das britische Pfund. Die Europäische Union will Berichten zufolge bis Ende dieser Woche entscheiden, ob ein Brexit-Deal mit Grossbritannien möglich ist. Der britische Premier Boris Johnson habe dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem Gespräch gesagt, die EU sollte sich nicht vom "falschen Glauben" ködern lassen, es könnte eine Verschiebung des Brexits über den 31. Oktober geben, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. "Ein Restrisiko für 'No Deal' am 31. Oktober bleibt bestehen", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. "Und damit besteht kein Anlass für einen nachhaltigen Rückgang der Pfund-Volatilitäten." /jsl/jkr/jha/hr/kw

(AWP)