Devisen: Euro zieht zum US-Dollar weiter an - Weiter stabil zum Franken

Der Euro hat zum Wochenbeginn seine kräftigen Gewinne gegenüber dem US-Dollar vom Freitag gehalten und ist am Mittag mit weiterem Auftrieb auf einen neuen Höchststand seit November geklettert. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei bis zu 1,1234 US-Dollar gehandelt und steht mit zuletzt 1,1225 nur knapp darunter.
22.05.2017 13:08

Zum Franken hält sich der Euro bei einem Stand von 1,0903 CHF dagegen in der Seitwärtslage seit Freitag. Die Devisenexperten von Morgan Stanley gehen in einem aktuellen Kommentar davon aus, dass der Franken zwar weiterhin durch externe Risiko-Faktoren getrieben werden dürfte, allerdings sollte sich der Franken abschwächen, sobald die Risikobereitschaft der Investoren wieder stabilisiert sei. Beim USD/CHF-Währungspaar macht sich zum Wochenstart bei einem Kurs von aktuell 0,9713 der schwächere US-Dollar bemerkbar.

Einige Händler führen den zusätzlichen Aufwind beim Euro auf Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Merkel vor Schülern in Berlin: "Der Euro ist zu schwach - und das liegt an der EZB-Politik - und somit sind deutsche Produkte vergleichsweise billig". Dadurch würden mehr deutsche Waren verkauft.

Den Aussagen wird Bedeutung zugesprochen, weil Deutschland zurzeit unter anderem aus den Reihen der US-Regierung aber auch seitens einiger EU-Länder für seinen hohen Aussenhandelsüberschuss kritisiert wird. Deutschland profitiere übermässig stark vom Wechselkurs des Euro, so die Kritik. Dies gehe zulasten anderer Länder, deren Produkte vom Markt verdrängt würden.

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(AWP)