Devisen: Euro zu Dollar gefallen - Frankreich-Wahl verpufft

Der Euro hat nur kurzzeitig vom deutlichen Wahlsieg von Emmanuel Macron in Frankreich profitiert. In der Nacht zum Montag kletterte der Kurs zeitweise bis auf 1,1023 USD, fiel dann aber rasch wieder zurück. Am Montagmittag notiert der Euro mit 1,0949 USD bereits klar tiefer als am Freitagabend mit 1,0989 USD. Zum Schweizer Franken steigt der Euro leicht und notiert am Mittag auf 1,0877 nach 1,0863 CHF am Mittag. Der Dollar zum Franken legt derweil zu auf 0,9934 von 0,9892 CHF am Morgen.
08.05.2017 12:49

Nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl vor zwei Wochen kam der Sieg des proeuropäischen Kandidaten Macron nicht mehr überraschend. So setzten nach einem kurzzeitigen Anstieg des Euros über die Marke von 1,10 USD Gewinnmitnahmen ein. In den vergangenen zehn Handelstagen nach der ersten Wahlrunde hatte sich der Euro im Vergleich zum Dollar um zirka zweieinhalb Cent oder etwas mehr als zwei Prozent verteuert.

"Die Wahl in Frankreich ist entschieden, ein Ende der politischen Verunsicherung ist aber noch immer nicht absehbar", schreibt Ralf Umlauf, Devisenexperte von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Nach der Wahl ist vor der Wahl." Am 11. und 18. Juni stehen in Frankreich Parlamentswahlen an. Macrons Bewegung "En Marche" könnte dann ein Reformmandat erhalten.

Am Vormittag veröffentlichte starke Konjunkturdaten aus der Eurozone stützten den Eurokurs nicht. So sind die deutschen Industrieaufträge im März stärker als erwartet gestiegen. Zudem ist das vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Investorenvertrauen in der Eurozone im Mai auf den höchsten Stand seit Juli 2007 geklettert.

In einer technischen Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) wird für den Euro zum Franken nun eine Aufhellung des mittelfristigen Ausblicks erwartet. Nachdem der Euro in der vorletzten Handelswoche den Widerstand bei 1,08 CHF und damit auch die Linie des gleitenden Durchschnitts über 200 Tage überschritten habe, sei der vorher gültig gewesene Abwärtstrend derzeit nicht mehr gegeben, so die ZKB-Experten. Sie sehen die kurzfristigen Momentum-Indikatoren neutral und erwarten eine überschaubare Fortsetzung der laufenden Aufwärtsbewegung bis 1,095 CHF.

Für den Dollar zum Franken rechnet die ZKB mit einer Seitwärtsbewegung auf mittlere Frist, solange die US-Währung nicht das Verlaufstief vom November bei 0,97 CHF auf Basis Wochenschluss unterschreitet.

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(AWP)