Devisen: Euro zu Franken, Dollar wenig bewegt - Pfund fallt nach BoE

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der Bank of England (BoE) zum US-Dollar leicht nachgegeben. Aktuell wird die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1128 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch 1,1150 Dollar gekostet.
04.08.2016 14:15

Zum Franken tritt der Euro dagegen bei einem Stand von 1,0839 CHF auf der Stelle. Im asiatischen Handel hatte er sein bisheriges Tageshoch bei 1,0852 CHF markiert und ist anschliessend bis auf 1,0829 CHF im bisherigen Tief zurückgekommen. Allerdings besteht für das EUR/CHF-Paar erst ab Kursen jenseits der 1,0860 die Möglichkeit weiterer Kursgewinne, heisst es in einem technischen Kommentar der ZKB. Ein US-Dollar kostet am Mittag 0,9739 CHF und damit nur geringfügig mehr als am Morgen.

Das britische Pfund fällt im Zuge der Zinsentscheidung zum Dollar auf ein Tagestief bei 1,3156 US-Dollar. Auch zum Franken notiert das Pfund bei 1,2838 CHF nahe dem kurz zuvor erreichten Tagestief von 1,2811.

Vor der Zinsentscheidung der BoE hätten sich die Marktakteure eher zurückgehalten, heisst es im Handel. Die Währungshüter haben sechs Wochen nach dem Brexit-Votum den Leitzins von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent gesenkt. Damit liegt der Zinssatz auf einem neuen Rekordtief. Ausserdem hat die britische Notenbank überraschend ihr Wertpapierkaufprogramm ausgeweitet.

"Die Bank von England macht kurzen Prozess und eröffnet beim Kampf gegen den Brexit das Feuer", lautet ein erster Kommentar der VP Bank. Während die Zinssenkung erwartet wurde, sei es überraschend, dass die Notenbanker ihr Aufkaufprogramm erneut ins Rampenlicht befördern. Die Notenbanker werden für 60 Mrd. Pfund Staatsanleihen kaufen, zusätzlich gibt es auch noch 10 Mrd. Pfund für Unternehmensanleihen, heisst es zusammenfassend in dem Kommentar.

"Zinssenkungen und Anleihekäufe gleichen aber in Großbritannien dem Spiel mit dem Feuer", warnt die VP Bank. "Die Inselökonomie sieht sich mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit von 5% des BIP konfrontiert." Die Inselökonomie sei auf einen stetigen Kapitalzufluss angewiesen. Je niedriger das Zinsniveau und umso uninteressanter eine Kapitalanlage ist, desto schwieriger werde es, die Löcher zu stopfen.

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(AWP)